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Kranken­versicherung für Einwanderer und Ausländer

11. Jan 2021 Zuzügler & Grenzgänger

Wer aus dem Ausland in die Schweiz umzieht, steht vor einigen bürokratischen Hürden, denn in der Schweiz gibt es einige Besonderheiten im Vergleich zu manch anderem Land. Neben der Anmeldung am Wohnsitz und arbeitsbezogenen Fragen ist es vor allem das System der Kranken­versicherungen, das vielen Neu-Schweizern aus ihrer Heimat anders bekannt ist.

Versicherung-Schweiz hat für Sie zusammengefasst, wie das Schweizer Versicherungs­system funktioniert, was Sie bei der Versicherung beachten müssen und wie Sie den besten Tarif für sich und Ihre Familie auswählen.

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Grundversicherung: Obligatorisch für alle Einwohner

Wer in der Schweiz lebt und arbeitet, unterliegt der hiesigen Versicherungspflicht. Das bedeutet, dass jeder eine Kranken­versicherung abschliessen muss, die sogenannte Grund­versicherung. Grund­versicherungen gibt es bei fast jeder Versicherungs­gesellschaft, beim Abschluss haben Sie die freie Wahl: Da der Abschluss einer solchen Versicherung vom Gesetzgeber vorgeschrieben ist, gilt die Aufnahmepflicht, Sie können also nicht abgelehnt werden, unabhängig vom Gesundheits­zustand, Vor­erkrankungen oder Ihrem Alter.

Auch die Leistungen der Grundversicherung sind identisch, egal, bei welcher Versicherung Sie diese abschliessen. Allerdings sollten Sie auf den Preis achten, denn dieser unterliegt kantonalen Unterschieden und berechnet sich auch anhand der Gesamtzahl der Versicherten. So kann beispielsweise eine Versicherung, bei der sich hauptsächlich junge und gesunde Menschen versichern, ihre Ausgaben niedrig halten und ihren Versicherten dadurch günstige Prämien anbieten. Vor dem Abschluss sollten Sie deshalb die Preise der verschiedenen Anbieter in Ihrem Kanton vergleichen.

Ausnahmen: Diese Personen müssen sich nicht in der Schweiz versichern

Alle Einwohner der Schweiz müssen sich per Gesetz in der Grund­versicherung anmelden. Ausnahmen bilden lediglich Personen, die eine anderweitige, in der Schweiz anwendbare Krankenversicherung aufweisen. Dazu gehören zum einen Personen mit zeitlich begrenztem Aufenthalt wie etwa Studierende im Auslandssemester, zum anderen Personen, die ihr Gehalt oder ihre Rente vollständig aus dem Ausland beziehen. In diesem Fall greift das Erwerbsortprinzip: Dort, wo das Geld erwirtschaftet wird, muss auch die Krankenversicherung abgeschlossen werden.

Anmeldung: Spätestens drei Monate nach dem Umzug

Die Grundversicherung müssen Sie spätestens drei Monate nach dem Umzug in die Schweiz abschliessen, es gilt das Datum der Anmeldung. Die Versicherung gilt rückwirkend ab dem Anmeldedatum, Beiträge müssen ebenfalls ab diesem Zeitpunkt gezahlt werden. Bei Anmeldung nach 2-3 Monaten kommt also eine Nachzahlung der Beträge auf Sie zu.

So funktioniert die Grundversicherung in der Schweiz

Die von der Grundversicherung übernommenen Leistungen sind im offiziellen Leistungskatalog festgelegt. Die Grundversicherung soll, wie der Name schon sagt, medizinische Grundbedürfnisse decken und Leistungen im Rahmen der Notfallversorgung übernehmen. Enthalten sind zum Beispiel Arztbesuche bei gesundheitlichen Beschwerden und Folge­behandlungen aufgrund dieser Beschwerden. Vorsorgeleistungen sind in einem festgelegten Mass enthalten, dazu gehört etwa die Darmkrebsvorsorge ab 55 Jahren. Die genauen Leistungen sowie die Höhe der übernommenen Zahlungen können Sie dem Leistungskatalog entnehmen.

Tipp: Leistungen genau überprüfen

Bedenken Sie unbedingt, dass sich die vom Gesetzgeber anerkannten Leistungen in den einzelnen Ländern erheblich unterscheiden können und verlassen Sie sich nicht darauf, Anspruch auf die gleichen Leistungen wie in Ihrem Heimatland zu haben. Eine Besonderheit in der Schweiz im Vergleich zu vielen Nachbarländern ist beispielsweise, dass Zahnbehandlungen bei Erwachsenen in der Schweiz generell nicht von der Grundversicherung erstattungs­fähig sind, Ausnahmen bilden lediglich schwere Erkrankungen. Möchten Sie die Kosten für künftige Zahnbehandlungen nicht selbst tragen, ist der Abschluss einer zusätzlichen Zahnversicherung nötig.

Der Selbstbehalt in der Grundversicherung

In der Grundversicherung wird ein jährlicher Selbstbehalt von 10 Prozent der Behandlungskosten fällig. Dieser Selbstbehalt ist gesetzlich festgelegt, er soll unnötige Arztbesuche reduzieren und die Eigenverantwortung der Versicherten fördern. Damit die Kosten bei hochpreisigen Behandlungen nicht durch die Decke schiessen, ist der Selbstbehalt aber auf eine jährliche Maximalsumme beschränkt: Erwachsene zahlen höchstens 700 Franken Selbstbehalt im Jahr, Kinder unter 18 Jahren maximal 350 Franken.

Franchise: Was ist das und wie hoch sollte sie sein?

Eine weitere Besonderheit in der Schweizer Grundversicherung ist die Berechnung einer Franchise . Diese ist ein weiteres Mittel, die Eigenverantwortung der Versicherten zu erhöhen. Ähnlich wie beim Selbstbehalt handelt es sich hier um Kosten, die der Versicherte selbst trägt, bevor die Versicherung einspringt. Dieser Betrag wird aber nicht anteilig berechnet, sondern im Laufe des Jahres ausgeschöpft. Haben Sie beispielsweise eine Franchise von 300 Franken, müssen Sie die ersten Arztrechnungen des Jahres selbst bezahlen, bis eine Summe von 300 Franken erreicht ist. Alle weiteren Kosten im Laufe desselben Jahres werden dann abzüglich Ihres Selbstbehalts von der Grundversicherung übernommen.

Im Gegensatz zum Selbstbehalt können Sie die Höhe der Franchise beim Vertragsabschluss selbst wählen. Erwachsene haben die Wahl zwischen Franchise-Stufen von 300, 500, 1'000, 1'500, 2'000 und 2'500 Franken, wobei nicht jede Versicherung alle Stufen anbietet. Für Kinder wird keine Franchise fällig, kann aber freiwillig in Anspruch genommen werden. Angeboten werden Franchise-Stufen von 100, 200, 300, 400, 500 und 600 Franken. Die Wahl der Franchise-Stufe hat Einfluss auf die Höhe Ihrer Prämie: Bei einer hohen Franchise-Stufe ist der Beitrag für gewöhnlich deutlich günstiger als bei einer niedrigen.

Welche Franchise Sie auswählen, sollte vor allem abhängig sein von der Häufigkeit Ihrer Arztbesuche. Natürlich kann man diese nicht immer präzise voraussagen, Ihre Erfahrungen der letzten Jahre können aber als Anhaltspunkte dienen. Je häufiger Sie einen Arzt konsultieren, desto niedriger sollte die gewählte Franchise ausfallen. Gehen Sie nur selten zum Arzt, lohnt sich die Wahl einer hohen Franchise. Vergessen Sie dabei aber nicht die Möglichkeit eines medizinischen Notfalls: Die gewählte Franchise wird auch bei Notfall-Behandlungen fällig. Sie sollten also auf jeden Fall in der Lage sein, den Betrag im Notfall aus eigener Tasche zu bezahlen.

Die Modelle der Grundversicherung: Standard-, HMO-, Telemedizin- und Hausarzttarife

Neben dem Standard-Modell für die Grundversicherung bieten viele Versicherungen auch weitere Varianten ihrer Kranken­versicherung an. Diese Modelle beinhalten die gleichen Leistungen wie die Standard-Versicherung, unterscheiden sich aber in der Form der Leistungserbringung. Dadurch können die Versicherungen ihren Mitgliedern, die ein solches Modell wählen, einen Rabatt auf die Prämie anbieten. Ob ein solches Modell für Sie infrage kommt, ist abhängig von Ihren Wünschen hinsichtlich der medizinischen Behandlung.

HMO-Modell

Im HMO-Modell sichern Sie Ihrer Krankenversicherung zu, sich bei gesundheitlichen Beschwerden zunächst an eine vorher festgelegte HMO-Praxis (HMO= Health Maintenance Organization) zu wenden. Diese Praxen sind vergleichbar mit Praxis­gemeinschaften, in denen mehrere Ärzte verschiedener Fachrichtungen tätig sind. Durch die räumliche Nähe ist eine unkomplizierte Überweisung an einen Facharzt ebenso möglich wie die schnelle Übermittlung der Patientendaten. Natürlich ist auch die Überweisung an einen externen Facharzt möglich, sofern kein entsprechender Spezialist in der HMO-Praxis zur Verfügung steht.

Hausarzt-Modell

Wählen Sie ein Hausarzt-Modell, verpflichten Sie sich, bei Erkrankungen und Beschwerden zunächst Ihren Hausarzt aufzusuchen. Dieser berät Sie eingehend und behandelt die Erkrankung entweder selbst oder überweist Sie an einen Facharzt. Ausgenommen von dieser Regel sind Kontrolluntersuchungen beim Gynäkologen und beim Augenarzt sowie medizinische Notfälle.

Telemedizin-Modell

Entscheiden Sie sich für die Variante Telemedizin, ist einer medizinischen Behandlung vor Ort zunächst eine telefonische oder digitale Beratung vorgeschaltet. Diesen Service bieten die meisten Versicherer selbst an, etwa in Form einer medizinischen Hotline. Sie kontaktieren dann zunächst die telemedizinische Beratung, die Sie dann anhand abhängig von Ihren Beschwerden zu einem Allgemeinmediziner oder Spezialisten überweist.

Zusatz­versicherung: Freiwillige Versicherung für zusätzliche Leistungen

Um für alle medizinischen Probleme gerüstet zu sein, empfiehlt sich in der Schweiz der Abschluss einer Zusatzversicherung, bei Bedarf auch von mehreren Zusatzversicherungen. Die Leistungen der Grundversicherung sind zwar qualitativ gut, aber dennoch auf das medizinisch Notwendigste beschränkt. Viele Behandlungen, die nicht unbedingt nötig sind, kann die Grundversicherung nicht übernehmen, dazu gehören beispielsweise Zahnbehandlungen, viele Angebote aus den Bereichen Prävention und Alternativmedizin sowie Hilfsmittel wie Brillen und Kontaktlinsen.

Private Zusatzversicherungen können ihre Leistungen im Gegensatz zur Grundversicherung eigenständig bestimmen, was zu grossen Unterschieden bei vermeintlich ähnlichen Tarifen führen kann. Wir empfehlen deshalb unbedingt, die Leistungen der verschiedenen Tarife genau zu prüfen, um bei der Leistungsabrechnung keine unangenehmen Überraschungen zu erleben.

Achtung: Kosten für medizinische Behandlungen sind in der Schweiz vergleichsweise hoch

Die Kosten für medizinische Behandlungen fallen im Vergleich mit anderen europäischen Ländern eher hoch aus. Dies sollten Sie unbedingt bedenken und die Preise genau vergleichen, bevor Sie sich gegen eine Zusatzversicherung entscheiden. Besonders, wenn Sie regelmässig freiwillige Leistungen in Anspruch nehmen möchten, ist eine Zusatzversicherung der Eigenfinanzierung vorzuziehen.

Tipp: Zusatz­versicherungen frühzeitig abschliessen

Anders als in der Grundversicherung besteht für Zusatzversicherung keine Aufnahmepflicht, was bedeutet, dass die Versicherung Ihren Antrag auf Aufnahme ablehnen kann. Dies passiert in der Regel dann, wenn die Versicherung bei Ihnen mit vielen kostenintensiven Behandlungen in der Zukunft rechnet. Alternativ kann die Versicherung auch die Behandlung bestimmter Erkrankungen ausschliessen und Ihnen dadurch eine eingeschränkte Kostenerstattung anbieten. Naturgemäss ist es deshalb für ältere oder chronisch erkrankte Personen schwieriger, eine bezahlbare Zusatzversicherung zu finden. Je früher und gesünder Sie eine solche Versicherung abschliessen, desto grösser sind Ihre Chancen auf Aufnahme und eine nicht zu hohe Prämie. Zögern Sie also nach Ihrem Umzug nicht zu lange – selbst wenn Sie die angebotenen Leistungen erst in der Zukunft in Anspruch nehmen möchten, lohnt sich ein frühzeitiger Abschluss.

Gesundheitsprüfung: Ehrlichkeit ist Pflicht

Auch wenn es mitunter verlockend erscheint, bestimmte Erkrankungen bei der Gesundheitsprüfung zu verschweigen: Tun Sie dies auf keinen Fall, da Sie damit Ihren Versicherungsschutz im Ganzen gefährden können. Stellt sich im Nachhinein heraus, dass bei Ihnen eine nicht genannte Erkrankung vorlag, kann die Versicherung die Kostenerstattung nachträglich verweigern, auch dann, wenn die Behandlung bereits stattgefunden hat. Zudem kann die Zusatzversicherung Ihren Vertrag wegen unwahrer Angaben kündigen.

Diese Zusatz­versicherungen sind besonders nützlich

Welche Zusatzversicherung sich für Sie am meisten lohnt, ist natürlich abhängig von Ihrem Bedarf und Ihren Vorlieben. Natürlich ist eine Versicherung für Alternativmedizin wenig sinnvoll, wenn Sie diese Ausprägung der Medizin ablehnen. Überlegen Sie sich also unbedingt vor dem Abschluss einer Zusatzversicherung, welche Leistungen Sie regelmässig nutzen oder in der Zukunft nutzen möchten – denn eine Zusatzversicherung lohnt sich dann besonders, wenn Sie diese zumindest hin und wieder in Anspruch nehmen.

Zwei Arten der Zusatzversicherung sind allerdings für jeden Einwohner der Schweiz zu empfehlen: Zahnversicherungen und ambulante Zusatzversicherungen, die für medizinische Hilfsmittel aufkommen. Eine Zahnversicherung übernimmt die Kosten für Kontrolluntersuchungen beim Zahnarzt und zahnmedizinische Behandlungen, ist also eine äusserst sinnvolle Ergänzung zur Grundversicherung, die in diesem Bereich keine Kostenerstattung anbietet. Ausserdem sinnvoll ist eine Zusatzversicherung, die eine Kostenerstattung für Sehhilfen beinhaltet. Schliesslich gehören Augenprobleme wie Kurz- oder Weitsichtigkeit zu den häufigsten Erkrankungen weltweit, in der Schweiz benötigen etwa 70 Prozent der Bevölkerung eine Sehhilfe. Und wer schon einmal eine Brille erworben hat, der weiss, dass dafür mitunter hohe Kosten fällig werden können.

Fazit & Empfehlung

Das Schweizer Versicherungssystem ist nicht immer leicht zu durchschauen und hat mitunter einige Tücken. Zudem ist die Qualität der Leistungen zwar sehr hoch, dies hat aber auch meist einen hohen Preis zur Folge. Möchten Sie sich von Anfang an bestmöglich versichern und alle medizinischen Möglichkeiten abdecken, empfehlen wir Ihnen sich fachkundige Unterstützung zu suchen. Mit unserem grossen Vergleich der Schweizer Krankenkassen 2021 erfahren Sie ganz ohne Aufwand, welche Versicherungen Sie benötigen, und welcher Anbieter den besten Tarif offeriert. So starten Sie bestens versichert und sorgenfrei Ihr Leben in der neuen Heimat!


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Studien und Quellen zu diesem Beitrag

www.kpt.ch – Neu in der Schweiz
www.sanitas.com – Neu in der Schweiz

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