Kita, Kindergarten und Schule in der Schweiz: Welche Kosten kommen auf Sie zu?

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Kurz zusammengefasst

  • In der Schweiz können Kinder ab drei Monaten betreut werden
  • Die Kosten für Kinderbetreuung vor dem Kindergarten liegen zwischen 400-700 Franken
  • Die genauen Kosten sind abhängig vom Wohnkanton, vom Anbieter und von eventuellen Subventionen
  • Ab dem 4. oder 5. Lebensjahr sind Kinder schulpflichtig und besuchen kostenfrei den Kindergarten und später die Schule
  • Ergänzende Betreuungsangebote sind häufig dennoch nötig und können ebenfalls Geld kosten

Kinder sind eine grosse Bereicherung – doch ohne Zweifel auch eine Belastung für den Geldbeutel. Besonders zu Buche schlagen dabei häufig die Kosten für die Betreuung des Nachwuchses. Welche Kosten Sie in der Schweiz erwarten müssen, wenn Ihr Kind in der Kita betreut wird oder zur Schule geht, haben wir für Sie zusammengefasst.

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Kita, Kindergarten und Schule: So funktioniert es in der Schweiz

In der Schweiz hat man bereits sehr früh die Möglichkeit, das eigene Kind betreuen zu lassen. Ab dem dritten Lebensmonat nehmen die meisten Kitas Ihren Nachwuchs auf. Im Alter von 2-3 Jahren kommen dann Spielgruppen zum Betreuungsangebot hinzu.

Der Kindergarten ist dann der zweite Schritt in der Betreuung und gleichzeitig der erste obligatorische. Abhängig vom Kanton müssen alle Kinder ab dem Alter von 4 oder 5 einen Kindergarten besuchen, bis sie in die Schule kommen – in der Regel nach zwei Jahren Kindergartenbesuch.

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Betreuung von Babys und Kleinkindern: Kosten und Möglich­keiten

Die Betreuung von Kleinkindern ist in der Schweiz bereits wenige Monate nach der Geburt möglich. Viele Krippen und Kita nehmen Babys ab der 12. Woche bzw. dem dritten Lebensmonat auf. Dabei gibt es vielfältige Varianten der Betreuung: Eine Betreuung kann die ganze Woche oder nur einzelne Wochentage in Anspruch genommen werden, das Kind kann nur ein paar Stunden oder den ganzen Tag in der Kita verbringen. Der Betreuungsschlüssel hängt dabei vom Alter des Kindes ab: Je jünger das Kind, desto mehr Personen sind für die Betreuung und Versorgung zuständig.

Dies spiegelt sich auch in den Kosten wider: Die Betreuung für Kinder unter 18 Monaten kostet mehr als die Betreuung von Kindern über 18 Monaten. Im Durchschnitt müssen Sie mit folgenden Kosten rechnen:

Genauere Angaben sind hier kaum möglich: Neben dem Alter des Kindes spielt auch noch eine Rolle, inwieweit die Kinderbetreuung in Ihrem Kanton subventioniert wird. Zudem bestimmt jeder Anbieter seinen Preis schlussendlich selbst und kann sich entscheiden, die Mitbewerber zu unterbieten oder höhere Preise zu verlangen. Insgesamt zählt die Schweiz, vergleicht man sie mit anderen europäischen Ländern, aber zu den Ländern mit den höchsten Kosten für die Kinderbetreuung.

Tipp
Frühzeitige Anmeldung sichert Betreuungsplatz

Durch den hohen Betreuungsschlüssel sind Plätze für Kinder unter 18 Monaten häufig nur begrenzt vorhanden. Sichern Sie sich deshalb einen Betreuungsplatz, indem Sie Ihr Kind möglichst frühzeitig bei der entsprechenden Einrichtung anmelden.

Subventionen: Abhängig von Wohnkanton und Monatseinkommen

In vielen Gemeinden und Kantonen haben Eltern unter bestimmten Umständen Anspruch auf Subventionen bei der Kinderbetreuung. Liegt Ihr Einkommen unter einem bestimmten Mindestbetrag, werden Sie finanziell bei den Beiträgen für die Kinderbetreuung unterstützt.

UKibeG: Neues Bundesgesetz ab 2027

Ein neues Bundesgesetz entlastet Eltern schweizweit ab 2027 zusätzlich. Unabhängig vom Kanton erhalten Eltern pro wöchentlichem Betreuungstag dann 100 Franken im Monat, bis zu einer Obergrenze von 500 Franken. Lassen Sie Ihr Kind drei Tage pro Woche betreuen, bekommen Sie also 300 Franken monatlich. Für behinderte Kinder können bis zu 1000 Franken pro Monat gezahlt werden. Das Gesetz ist unabhängig vom Einkommen und betrifft alle Familien, in denen beide Elternteile erwerbstätig oder in Ausbildung sind.

Kindergarten und Primarschule: So geht es nach der Kita weiter

Ab dem 4. oder 5. Lebensjahr, je nach kantonaler Regelung, sind Kinder in der Schweiz schulpflichtig. Diese Schulpflicht beginnt mit dem Eintritt in den Kindergarten und dauert insgesamt 11 Jahre.

Der Kindergarten dauert insgesamt zwei Jahre, staatliche Einrichtungen sind kostenfrei für alle Kinder. Private Einrichtungen verlangen meist Gebühren. Auch in staatlichen Kindergärten müssen Sie allerdings Kosten tragen: Verpflegung, Ausflüge und Materialien werden den Eltern in Rechnung gestellt.

Der Kindergarten in der Schweiz folgt einem Lehrplan und besteht aus deutlich mehr Unterricht als der Kindergarten in Deutschland. Insgesamt erhalten die Kinder jeden Tag 4 Stunden Unterricht am Vormittag (in der Regel von 8-12) sowie an einem zusätzlichen Nachmittag pro Woche. Nach zwei Jahren im Kindergarten erfolgt dann der Übergang auf die Primarschule: Auch diese ist kostenlos, bietet aber keine Ganztagsbetreuung.

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Zusätzliche Betreuung ab der Schulpflicht: Tagesmutter, Hort und Mittagstisch

Da weder Kindergarten noch Primarschule Ihr Kind den ganzen Tag beschäftigen, müssen Eltern, die in Vollzeit arbeiten, zusätzliche Betreuungsangebote nutzen. Hier gibt es unterschiedliche Möglichkeiten mit unterschiedlichen Kosten:

Tagesmutter

Eine gute, aber eher kostspielige Möglichkeit ist es, das Kind bei einer Tagesmutter unterzubringen. Je nach Qualifikation und Anzahl der betreuten Kinder liegen die Kosten meist zwischen 25-35 Franken pro Stunde.

Angebote der Gemeinde

Viele Gemeinden und Kantone haben eigene Angebote geschaffen, um Familien bei der Kinderbetreuung zu entlasten. Häufig werden diese Angebote auch subventioniert, sodass Sie auch Familien mit geringem Einkommen offenstehen. In Kindergarten oder Schule gibt es häufig Mittagessen für die Kinder. Auch eine Morgen- und Nachmittagsbetreuung wird oft angeboten. Häufig zu finden sind auch Schülerhorte, wo die Kinder sich nach der Schulzeit aufhalten können, sind ein häufiges Angebot.

Kinderhüeti

“Kinderhüetis” können von Unternehmen, aber auch von Vereinen oder Privatpersonen angeboten werden. Meist handelt es sich um regelmässige Freizeitangebote, die die Kinder beschäftigen und die Eltern entlasten sollen. Auch das Prinzip “Eltern-für-Eltern” mit abwechselndem Betreuungsdienst ist hier beliebt.

Unser Fazit

Die Kosten für Kinderbetreuung in der Schweiz sind im europaweiten Vergleich sehr hoch. Wer Kinder hat, muss mitunter ein Viertel seines Einkommens aufbringen, nur um deren Versorgung und Betreuung zu gewährleisten. Oftmals ist es mit den reinen Betreuungskosten auch noch nicht getan: Hinzu kommen die Kosten für Verpflegung, für Ausflüge und Aktivitäten sowie Bastelmaterial, Sportausrüstung und viele andere Dinge.

Wir empfehlen deshalb eine möglichst frühzeitige und umfassende Auseinandersetzung mit der Kinderbetreuung. Wer hier früh handelt, profitiert zweifach: Zum einen stellen Sie sicher, später zum richtigen Zeitpunkt Anspruch auf Kinderbetreuung zu haben. Zum anderen haben Sie so genügend Zeit, alle Ansprüche auf mögliche Subventionen zu prüfen und die verschiedenen Angebote auch hinsichtlich des Preises zu vergleichen.

Nehmen Sie sich Zeit, planen Sie alles sorgfältig und nutzen Sie alle Ihnen zustehenden Subventionen. So starten Sie unbesorgt und bestens vorbereitet in Ihr neues Leben als Familie!

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