Kurz zusammengefasst
- Kinder verursachen direkte und indirekte Kosten
- Direkte Kosten für Betreuung und Versorgung liegen bei durchschnittlich 1500 Franken pro Monat
- Das zweite Kind ist meist günstiger, da vieles bereits vorhanden ist
- Am teuersten sind Kinder zwischen 13-18 Jahren
- Neben den Kosten für die Versorgung sollte auch die finanzielle Absicherung bedacht werden
Wer Kinder hat, ist sich über zwei Dinge im Klaren: Zum einen ist das Leben mit ihnen unglaublich bereichernd, zum anderen sollte man aber über ein gewisses Einkommen verfügen, um den Nachwuchs gut und angemessen zu versorgen. Denn Kinder verursachen Kosten, und das nicht zu knapp: Begonnen bei der Erstausstattung müssen im Durchschnitt sechsstellige Beträge aufgebracht werden, bis das Kind erwachsen ist.
In der Schweiz sind die Kosten im Durchschnitt noch höher als in anderen Ländern, was sich auch in der Kinderversorgung widerspiegelt. Schweizer Eltern brauchen ein gutes Einkommen und eine solide Absicherung – je mehr Kinder, desto besser sollte die finanzielle Lage sein. Mit welchen Kosten Sie rechnen müssen und welche Falktoren in der Schweiz besonders zu beachten sind, haben wir für Sie untersucht.
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Lebenshaltung in der Schweiz
Wer neu in der Schweiz ist, wundert sich zunächst über die hohen Lebenshaltungskosten. Lebensmittel und Wohnraum sind von hoher Qualität, gehen aber auch ordentlich ins Geld. So passiert es häufig, dass ein zunächst sehr hoch erscheinender Lohn in der Schweiz am Ende gerade reicht, um über die Runden zu kommen.
Die Kosten für die Lebenshaltung in der Schweiz sind natürlich nicht auf Familien beschränkt. Wenn Sie aber Nachwuchs planen, sollten Sie auch diese Kosten miteinbeziehen, um ein realistisches Bild zu bekommen.
Wohnkosten
Wohnen in der Schweiz ist vergleichsweise teuer, sowohl für gemietete Immobilien als auch beim Kauf sind die Preise höher als in den meisten anderen europäischen Ländern. Für eine 3-Zimmerwohnung mit 70 Quadratmetern werden im Durschnitt 2000-4000 Franken fällig, abhängig von Lage und Ausstattung der Wohnung. Der Durchschnittswert für die Miete pro Quadratmeter liegt aktuell bei 22,77 Franken.
Kaufpreise sind ähnlich hoch: Im Durchschnitt kostet ein Quadratmeter Immobilie 8 000 Franken –etwas mehr, wenn es sich um eine moderne Stadtwohnung handelt, etwas weniger, wenn es um ein älteres Haus auf dem Land geht.
Möchten Sie eine Familie gründen, müssen Sie auch den Bedarf nach mehr Wohnraum in die Berechnung einfliessen lassen.
Kosten für Lebensmittel
Ebenfalls vergleichsweise hoch sind die Preise für Lebensmittel in der Schweiz. Aktuell müssen Sie damit rechnen, etwa 60% mehr zahlen zu müssen als in Deutschland. Während ein Single mit 400-500 Franken pro Monat für Essen auskommt, muss eine Familie mit 1000 Franken und mehr rechnen. Kommt ein Baby hinzu, wird es oftmals noch teurer, denn sowohl Babynahrung als auch andere Produkte wie Windeln oder Pflegeprodukte sind in der Schweiz hochpreisig.
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Familienausgaben: So viel kostet es, ein Kind grosszuziehen
Neben den allgemeinen Kosten für Lebenshaltung, die mit jedem weiteren Familienmitglied steigen, sind einige Kosten doch speziell mit der Kindererziehung verbunden. Für Kinder in der Schweiz müssen Sie zum einen mit Betreuungskosten rechnen. Ebenfalls berücksichtigen müssen Sie die Kosten für die Gesundheitsversorgung und –vorsorge sowie für die finanzielle Absicherung Ihres Nachwuchses.
Kinderbetreuung
Davon ausgehend, dass Sie Ihr Kind in einer Kita oder einer Krippe betreuen lassen, entstehen natürlich Kosten für Kinderbetreuung. Diese sind in der Schweiz allerdings schwer vergleichbar, denn sie unterscheiden sich je nach Betreuungsform und Kanton. So können lediglich Durchschnittswerte angegeben werden: Für die Ganztagsbetreuung in einer Kita werden meist zwischen 80-150 Franken pro Tag fällig. Bei 20 Tagen Betreuung pro Monat entstehen dann Kosten von 1600-3000 Franken. Je nach Einkommen der Familie kann ein Anspruch auf Subventionen entstehen, wodurch dann weniger gezahlt werden muss. Auch hier greifen aber kantonale Regelungen und man kann keine pauschale Aussage darüber treffen, ab wann Subventionen geleistet werden.
Der öffentliche Kindergarten gehört in der Schweiz zur Volksschule, dadurch ist der eigentliche Unterricht für die Kinder kostenlos. Kosten entstehen durch Betreuungsangebote drumherum: Hort, Mittagstisch, Ferienbetreuung und andere Leistungen werden (meist) von der Gemeinde organisiert und den Eltern in Rechnung gestellt.
Gesundheitsversorgung
Ein wichtiger Punkt bei der Berechnung der Kosten ist die Gesundheitsversorgung des Nachwuchses. Hohe Kosten verursacht zunächst die Grundversicherung: Eine kostenfreie Mitversicherung von Kindern existiert in der Schweiz nicht. Stattdessen muss jedes Familienmitglied einzeln versichert werden. Für Kinder werden günstigere Prämien fällig als für Erwachsene und auch die Franchise-Stufen sind geringer, dennoch sind die anfallenden Kosten beachtlich. Aktuell liegt die mittlere Prämie in der Schweiz für Kinder bis 18 Jahren bei 122,50 Franken pro Monat.
Möchten Sie Ihr Kind über die Grundversorgung hinaus absichern, entstehen weitere Kosten: Sehr sinnvoll ist zum Beispiel eine Zahnversicherung, denn der Zahnarzt ist in der Schweiz generell keine Leistung der Grundversicherung.
Besonders im Bereich der Gesundheitsversorgung bieten viele Versicherungen Rabatte und Sparmöglichkeiten für Familien: Viele Anbieter versichern das zweite Kind günstiger und das dritte sogar ganz umsonst, wenn alle Familienmitglieder beim selben Anbieter sind. Ein gemeinsames Leistungskonto ermöglicht der Familie eine höhere Deckungssumme für einzelne Personen – besonders sinnvoll, wenn beim Nachwuchs zum Beispiel eine Zahnspange oder eine andere kostspielige Behandlung ansteht.
Vorsorge und Versicherungen
Neben der Vorsorge für die Gesundheit sollten Sie auch die finanzielle Absicherung der Familie bedenken. Dafür haben Sie verschiedene Möglichkeiten: Mit einer Lebensversicherung schützen Sie Ihre Familie finanziell, wenn ein Elternteil arbeitsunfähig wird oder sogar verstirbt.
Gesamte Kosten im Durchschnitt
Die Kosten für ein Kind sind natürlich immer vom Einzelfall abhängig: In der Stadt kostet Wohnraum mehr, auf dem Land sind die Betreuungsmöglichkeiten geringer. Kind 2 und 3 sind häufig günstiger, da einiges an Erstausstattung bereits vorhanden ist. Möchte man aber pauschal wissen, wieviel ein Kind kostet, können die folgenden Angaben helfen: Laut dem Amt für Jugend und Berufsberatung im Kanton Zürich kostet ein Kind pro Monat zwischen 1320 und 1790 Franken. Bis zur Volljährigkeit müssen nach dieser Rechnung also ca. 333 000 Franken aufgebracht werden.
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Nicht vergessen: Indirekte Kosten
Bei der Berechnung häufig vergessen werden die indirekten Kosten, die ein Kind verursachen kann. Neben den in Rechnung gestellten Beträgen sind es oftmals auch verpasste Einnahmen, die den Geldbeutel belasten: Wer seine Tätigkeit für die Kinderbetreuung aufgibt oder reduziert, verdient weniger, zahlt weniger in die Altersvorsorge ein und verzichtet wahrscheinlich auf Karrierechancen, was sich ebenfalls in finanziellen Verlusten zeigt. Das Erstaunliche daran: Die indirekten Kosten werden von vielen Stellen als ebenso hoch angegeben wie die direkten Kosten. Verluste bis zu 500 000 Franken im Vergleich zum Leben ohne Kind sind möglich.
Babys und Kinder: Zu diesem Zeitpunkt sind Sie am teuersten
Auf die Gesamtkosten hat es zwar keinen Einfluss, zu wissen, wann die Kinder am teuersten sind. Für die eigene Planung kann es jedoch hilfreich sein, vorher zu wissen, wann die Reserven der Familie besonders gut gefüllt sein sollten.
Als teuerste Altersklasse bei Kindern gilt die Phase von 13-18 Jahren. Hier fallen zum einen die bereits vorhandenen Kosten für Unterkunft und Verpflegung weiterhin an und können sich noch steigern – etwa, wenn plötzlich jedes Kind ein eigenes Zimmer möchte oder der älteste Sohn regelmässig Freunde zum Essen mitbringt. Zum anderen steigt der Bedarf an Unternehmungen, Anschaffungen und Aktivitäten: Klassenfahrten müssen gezahlt werden, die Fussballausrüstung geht ins Geld und auch der jährliche Skiurlaub kostet für vier aktive Personen deutlich mehr als für zwei. Nicht zu unterschätzen sind dann noch die Kosten für Ausbildung oder Studium, wenn das Kind erwachsen wird: Bis zur finanziellen Selbstständigkeit können auch in der Ausbildungszeit noch hohe Kosten entstehen.
Unser Fazit
Kinder sind teuer – dennoch sollten die Kosten niemals ausschlaggebend sein, wenn es darum geht, eine Familie zu gründen. Wichtig sind eine gute Vorbereitung und eine realistische Einschätzung der Kosten und der eigenen finanziellen Möglichkeiten. Bedenken Sie neben den direkten Kosten auch die indirekten Kosten, die beispielsweise durch Reduktion der Arbeitszeit entstehen. Berechnen Sie, wieviel Sie aktuell leisten können und nehmen Sie sich im Zweifel noch etwas Zeit, um Ihre Finanzen auf ein stabiles Fundament für die Familiengründung zu stellen.
Behalten Sie am besten auch von Anfang an die Vorsorge im Blick: Wer gut abgesichert ist, kann den Widrigkeiten des Lebens entspannt begegnen und muss sich auch in schlechten Zeiten keine Sorgen um seine Familie machen. Fordern Sie noch heute Ihr individuelles Angebot an und starten Sie entspannt und bestens abgesichert ins Familienleben!
Weitere Links und Quellen zu diesem Beitrag
- www.familienleben.ch – Kosten für Kinderbetreuung: Damit musst du rechnen
- www.finelles.com – Was kostet ein Kind in der Schweiz?
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