Kurz zusammengefasst
- Die mittlere Prämie liegt 2027 bei 487,60 Franken
- Besonders viel zahlt man nun im Kanton Jura
- Vergleichsweise niedrig fällt der Anstieg in Glarus aus
- Ein Wechsel des Tarifmodells oder des Anbieters kann helfen, die Prämie wieder zu senken
- Auch Rabatte für die jährliche Zahlweise oder die Versicherung von Familienangehörigen können helfen
Wer sich bisher noch Hoffnungen gemacht hat, im kommenden Jahr von gleichbleibenden Prämien zu profitieren, wurde mit der Verkündung der neuen Prämien am Dienstag enttäuscht: Um durchschnittlich 5% steigt die mittlere Prämie für das Jahr 2027. Je nach Wohnkanton kann es den Einzelnen auch noch deutlich härter treffen – in einzelnen Kantonen sind Anstiege von bis zu 6,6% zu verzeichnen. Dadurch liegt die mittlere Prämie für Erwachsene nun im Durchschnitt bei 487,60 Franken, was einem Anstieg von 22,80 Franken entspricht. Junge Erwachsene zahlen nun durchschnittlich 338,80 Franken, für Kinder wird ein Beitrag von 128,10 Franken erhoben.
Gründe für den Kostenanstieg
Die Gründe für den Anstieg sind vielfältig: Zum einen befinden sich die Gesundheitskosten weltweit seit Jahren im Anstieg, auch die Schweiz ist hier keine Ausnahme. Zum anderen sind es bestimmte Behandlungen, die starken Einfluss auf die Kosten haben. Die Kosten für Psychotherapie sind gestiegen, genauso aber die Anzahl der Personen, die eine solche Therapie verordnet bekommen. Ähnlich sieht es im Bereich der Spitex aus: Auch hier führt die Kombination von höheren Preisen zusammen mit einer steigenden Anzahl Pflegebedürftiger zu einem starken Anstieg der Gesamtkosten.
Zuletzt decken die Einnahmen von 2026 die Ausgaben nicht vollständig. Zusätzlich zu den steigenden Kosten verstärkt also ein Aufholeffekt die Preissteigerung.
Prämien nach Kantonen: Hier zahlen Sie am meisten
Am höchsten fällt der Prämienanstieg im Kanton Jura aus: Hier wird für die mittlere Prämie 6,6% mehr fällig als noch 2026. In Schaffhausen sind die Prämien nun 6,4% teurer als 2026, in Solothurn immer noch um 6%.
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Hier zahlen Sie am wenigsten
Der niedrigste Anstieg ist 2027 im Kanton Glarus zu verzeichnen: Hier werden im kommenden Jahr 3% mehr Prämie fällig als im Vorjahr.
Ebenfalls relativ gering fällt der Anstieg in Waadt aus: Hier zahlen Sie 2027 3,5% mehr. Im Tessin werden im kommenden Jahr durchschnittlich 3,7% mehr für die mittlere Prämie erhoben.
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So können Sie den Prämienschock abmildern
Wie in jedem Herbst müssen Sie nicht tatenlos zusehen, wenn Ihre Prämie in die Höhe schnellt. Verschiedene Stellschrauben bieten Ihnen Möglichkeiten, Ihre Prämie wieder zu senken.
Wechsel von Tarifmodell und Änderung der Franchise
Es ist schon lange kein Geheimnis mehr: Wer im Standardmodell versichert ist, zahlt fast immer am meisten. Können Sie auf die freie Arztwahl verzichten und sich vorstellen auch ein anderes Modell zu nutzen, lohnt sich der Vergleich: Je nach Anbieter kann bereits der Wechsel des Tarifmodells Ihnen viele hundert Franken im Jahr sparen.
Auch eine Änderung der Franchise kann Ihre Prämie deutlich reduzieren. Wer bisher in einer niedrigen Franchise versichert ist, aber nur wenig zum Arzt geht, kann mit dem Wechsel in eine höhere Stufe viel Geld sparen. Hier gilt die Faustregel, dass sich die mittleren Stufen im Vergleich am wenigsten lohnen: Möchten Sie die volle Leistung ausnutzen, sollten Sie bei der niedrigsten Franchise bleiben. Möchten Sie vor allem sparen, sollten Sie in die höchste oder zweithöchste Franchise (2500/2000 Franken) wechseln. Die mittleren Stufen bieten lediglich eine geringe Ersparnis bei der Prämie, während Sie gleichzeitig deutlich mehr aus eigener Tasche bezahlen müssen.
Wechsel des Anbieters
Bringen weder ein Wechsel des Tarifmodells noch eine Änderung der Franchise eine nennenswerte Ersparnis, sollten Sie einen Wechsel Ihrer Krankenkasse in Betracht ziehen. Nutzen Sie dafür unseren Vergleich – es ist gut möglich, dass Sie einen günstigeren Anbieter in Ihrem Kanton finden, der dieselben Leistungen anbietet.
Der Wechsel selbst ist schnell und unkompliziert möglich: Suchen Sie sich einen neuen Anbieter, melden Sie sich dort an und kündigen Sie Ihrem bisherigen Anbieter bis zum 30. November (Eingang der Kündigung bei der Versicherung). Haben Sie keine Zahlungsrückstände bei Ihrem bisherigen Anbieter, ist der Wechsel damit bereits vollzogen und Sie erhalten eine Bestätigung Ihrer neuen Krankenkasse.
Eine Ablehnung der neuen Versicherung ist dabei nicht zu befürchten: Durch die Versicherungspflicht ist jeder Anbieter von Grundversicherungen dazu verpflichtet, Interessierte aufzunehmen.
Rabattmöglichkeiten nutzen
Auch ohne einen Wechsel von Tarifmodell oder Anbieter können Sie sparen. Viele Krankenkassen gewähren zum Beispiel einen Rabatt von 0,5-2%, wenn Sie die gesamte Prämie jährlich oder halbjährlich im Voraus bezahlen.
Auch Rabatte für Familienangehörige sind häufig: Insbesondere, wenn Sie mehrere Kinder beim selben Anbieter versichern, sind zum Teil hohe Rabatte möglich.
Durch das hohe Verwaltungsaufkommen zum Jahresende kann es hin und wieder vorkommen, dass der Wechsel des Anbieters nicht pünktlich abgeschlossen ist, zum Beispiel, weil die neue Versicherung zu lange braucht, um Ihre Aufnahme zu bestätigen. Ist das aber nachweislich nicht Ihr Verschulden, haben Sie nichts zu befürchten: Ihr Wechsel wird zwar zu einem späteren Zeitpunkt offiziell, wird dann aber rückwirkend ab dem 01. Januar gültig. Ist der neue Anbieter günstiger, erhalten Sie auch die Differenz zur alten Prämie zurück.
Unser Fazit
Die erneute Steigerung der Prämien trifft die Versicherten hart, auch wenn damit zu rechnen war. Allgemein steigende Gesundheitskosten, die älter werdende Bevölkerung und ein erhöhter Behandlungsbedarf bleiben finanziell nicht unbemerkt und resultieren in diesem deutlichen Anstieg.
Versicherte sollten unbedingt alle Möglichkeiten nutzen, die eigene Prämie so niedrig wie möglich zu halten. Durch die identischen Leistungen der Grundversicherer ist in keinem Fall mit gesundheitlichen Nachteilen zu rechnen. Im Gegenteil: Für manch Versicherten bieten andere Tarifmodelle sogar neue Möglichkeiten, wie zum Beispiel die Beratung per Telemedizin.
Nutzen Sie am besten unseren Vergleich und prüfen Sie mindestens einmal pro Jahr, ob Ihre Versicherungsprämie noch zu den günstigsten gehört. Ist das nicht der Fall, befolgen Sie unsere Tipps und sparen Sie durch einen Wechsel bares Geld. Verpassen Sie nicht die Kündigungsfrist am 30. November und suchen Sie noch heute den günstigsten Tarif heraus!
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