Kurz zusammengefasst
- Der Wohnungsmarkt in der Schweiz ist mit dem deutschen Markt vergleichbar
- Auch die Mieterrechte in Sachen Kündigung, Kaution und Versicherungen sind ähnlich
- Schweizer Mieten sind höher als deutsche, die Ausstattung der Wohnungen ist aber meist besser
- Die Schweiz ist ein Mieterland, die Anmietung einer Immobilie lohnt sich mehr als der Kauf
- Möchten Sie als Deutscher eine Immobilie in der Schweiz mieten, benötigen Sie eine Aufenthaltsbewilligung
Der Schweizer Immobilienmarkt gleicht in seinen Grundzügen dem Wohnungsmarkt in Deutschland und anderen benachbarten Ländern. Dennoch gibt es hier und da ein paar Unterschiede, die man kennen sollte, wenn man plant, im schönen Nachbarland eine Wohnung oder ein Haus zu mieten.
Was im Schweizer Mietrecht gilt und welche Unterschiede es zu Deutschland gibt, erfahren Sie von uns.
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Der Wohnungsmarkt in der Schweiz
Grundsätzlich ist der Markt für gemietete Wohnungen und Häuser in der Schweiz gut: Die Schweiz ist ein Mieterland, in dem über 60% der Bevölkerung zur Miete wohnen. Gründe dafür sind unter anderem in den hohen Immobilienpreisen und den starken Mieterrechten zu sehen.
Doch trotz des Status’ als “Mieterland” ist es nicht immer einfach, in der Schweiz eine Wohnung zu finden: Die Mieten sind vergleichsweise hoch und das Angebot ist im Vergleich zur Nachfrage gering. Besonders in Städten ist der Wohnungsmarkt angespannt, nur wenige Mietimmobilien stehen vielen Interessenten zur Verfügung. Zuletzt wurde auch zu wenig gebaut, was zu einer weiteren Verschärfung der bereits angespannten Lage geführt hat.
Kosten für die Anmietung einer Immobilie
Möchten Sie ein Haus oder eine Wohnung in der Schweiz mieten, müssen Sie dafür mehr Kosten einplanen als es in Deutschland der Fall wäre. Die Preise unterscheiden sich zwar stark – je nach Kanton und Gemeinde, im Durchschnitt werden aber 18-25 Schweizer Franken pro Quadratmeter Wohnraum verlangt: Bei einer durchschnittlichen 3-Zimmer-Wohnung mit 80 Quadratmetern sind das bereits 1440-2000 Franken monatliche Kaltmiete. Möchten Sie eine Wohnung in der Zürcher Innenstadt mieten, müssen Sie dafür sogar etwa 47 Franken pro Quadratmeter einplanen.
Ein Vorteil auf dem Schweizer Wohnungsmarkt ist, dass der Standard für die Ausstattung der meisten Immobilien sehr gut ist. Eine Einbauküche ist immer vorhanden und auch sonst wird viel Wert auf eine hochwertige Ausstattung gelegt. Oftmals sind auch Haushaltsgeräte wie Waschmaschine, Trockner oder Tiefkühltruhe in der Miete enthalten.
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Kündigung, Kaution, Versicherungen: Das sind die Regeln in der Schweiz
Das Mietrecht in der Schweiz ist dem Mietrecht in Deutschland sehr ähnlich:
Kündigungsfrist
Die gesetzliche Kündigungsfrist beträgt in der Schweiz drei Monate. Oftmals sind pro Jahr bestimmte Kündigungstermine festgelegt, zu denen Sie kündigen können, meist das Ende eines Quartals. Möchten Sie zum 30. September kündigen, muss die Kündigung spätestens am 30. Juni bei Ihrem Vermieter angekommen sein.
Kaution
Auch die Zahlung einer Kaution zu Beginn des Mietverhältnisses ist in der Schweiz üblich. Durch die vergleichsweise hohen Mieten und die höhere Ausstattung kann die Kaution etwas höher ausfallen als in Deutschland, darf den Wert von drei Monatsmieten aber nicht übersteigen. Die Kaution wird auf einem separaten Konto verwahrt und bei Ihrem Auszug wieder ausgezahlt oder für von Ihnen verursachte Schäden verwendet.
Versicherungen
Viele Vermieter verlangen von ihren Mietern den Nachweis über eine private Haftpflichtversicherung. Diese ist zwar nicht gesetzlich vorgeschrieben, ohne eine Police sind Ihre Chancen bei der Wohnungssuche aber deutlich geringer.
Ebenfalls nicht vorgeschrieben, aber empfohlen wird eine private Hausratversicherung. Diese gilt für den ganzen Haushalt und springt bei Schäden am Mobiliar ein, sodass Sie nicht selbst auf den Kosten sitzenbleiben.
Möchten Sie als Deutsche oder Deutsche eine Wohnung in der Schweiz mieten, benötigen Sie dafür zwingend eine Aufenthaltsbewilligung. Zu touristischen Zwecken dürfen Sie sich zwar auch ohne Bewilligung bis zu drei Monate in der Schweiz aufhalten, die Anmietung einer Immobilie ist dann aber nicht erlaubt.
Das sind die grössten Unterschiede zum deutschen Wohnungsmarkt
Ein grosser Unterschied, der bereits genannt wurde, ist die Ausstattung der angebotenen Mietobjekte. Während in Deutschland der Einbau einer Küche häufig Mietersache ist, können Sie in der Schweiz davon ausgehen, dass eine hochwertige Einbauküche bereits in der Miete enthalten ist. Auch weitere Grossgeräte wie Trockner, Waschmaschine oder Tiefkühltruhe gehören häufig zum Mietobjekt dazu – entweder in der Wohnung selbst oder in gemeinschaftlich genutzten Räumen mit anderen Mieterinnen und Mietern.
Eine Besonderheit in der Schweiz ist auch, dass Mieten im Vergleich zum Kaufen deutlich günstiger ist. Durch hohe Kaufzinsen und ein geringes Angebot steht der Markt für Kaufimmobilien in der Schweiz schlechter da als der Mietmarkt.
Bei den Nebenkosten führen die etwas wärmeren klimatischen Bedingungen dazu, dass insgesamt weniger fürs Heizen ausgegeben wird. Dafür müssen Sie bei den Strompreisen tiefer in die Tasche greifen, diese gehören zu den höchsten in Europa.
Unser Fazit
Der Schweizer Wohnungsmarkt bietet Mietern viele Möglichkeiten bei vergleichsweise hohen Preisen. Wer auf der Suche nach einer Wohnung ist, bemerkt auch hier eine Entwicklung hin zu steigenden Preisen und kleinerem Angebot. Besonders in Städten ist es bereits jetzt nicht gerade leicht, eine bezahlbare Mietwohnung zu finden.
Möchten Sie als Deutsche oder Deutscher eine Wohnung in der Schweiz anmieten, sollten Sie sich vorher gut über die Bedingungen und Unterschiede zum deutschen Markt informieren.
Auch, was die Versicherungen als Mieter angeht, gibt es das ein oder andere zu beachten. Melden Sie sich bei uns und lassen Sie sich Ihr individuelles Angebot erstellen, völlig kostenlos und unverbindlich!
Weitere Links und Quellen zu diesem Beitrag
- www.swissinfo.ch – Die reiche Schweiz – ein Mieterland
- www.20min.ch – So geht es Schweizer Mietern im Vergleich
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