Kurz zusammengefasst
- Jede Person, die in der Schweiz wohnt und arbeitet, muss über eine Krankenversicherung verfügen
- Die sogenannte Grundversicherung steht allen offen und wird von vielen Krankenkassen angeboten
- Die Grundversicherung bietet eine Basis-Versorgung und bietet gute, aber begrenzte Leistungen bei Krankheiten
- Anders als in Deutschland werden die Kosten für die Grundversicherung nicht mit dem Arbeitgeber geteilt
- Die Kosten werden jährlich angepasst, aktuell liegt die mittlere Prämie bei 412,00 Franken im Monat
- Wer neu in der Schweiz ist, muss sich innerhalb von 3 Monaten bei einer Grundversicherung anmelden
Jede Person, die in der Schweiz lebt, muss über eine gültige Krankenversicherung verfügen. Die Krankenversicherungspflicht in der Schweiz legt ausserdem fest, dass alle angebotenen Tarife dieselben Leistungen enthalten. So hat jeder, der in der Schweiz lebt, Anspruch auf dieselbe medizinische Versorgung und ist für Notfälle und Krankheiten abgesichert. Alle Krankenkassen sind ausserdem verpflichtet, in ihre Grundversicherung jeden aufzunehmen, der aufgenommen werden will, sodass jeder bei dem Anbieter unterkommt, den er sich wünscht.
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So funktioniert die Grundversicherung in der Schweiz
In der Schweiz gibt es viele verschiedene Anbieter für die Grundversicherung. Die Leistungen sind zwar identisch, aber bei anderen Dingen haben Sie Wahlmöglichkeiten. Diese haben in der Regel zum Ziel, die Prämie zu senken, denn die Krankenversicherung in der Schweiz kostet vergleichsweise viel Geld.
Die wichtigsten Unterschiede zur Krankenversicherung in Deutschland sind diese:
Selbstbeteiligung von 10%
Für jede medizinische Behandlung wird Ihnen ein Selbstbehalt von 10% der Gesamtkosten in Rechnung gestellt. Erreichen Sie den Maximalbetrag von 700 Franken (Kinder: 350 Franken), wird der Selbstbehalt für den Rest des Jahres nicht mehr erhoben.
Wahl der Franchise-Stufe
Zusätzlich zum festgelegten Selbstbehalt wird in der Schweizer Grundversicherung auch eine Franchise berechnet: Diese Kosten tragen Sie ebenfalls selbst, bevor die Krankenversicherung einspringt. Haben Sie zum Beispiel eine Franchise von 300 Franken, müssen Sie Arztrechnungen bis zu diesem Betrag selbst zahlen – egal, ob er durch eine oder mehrere Rechnungen entstanden ist.
Je höher Ihre gewählte Franchise ist, desto niedriger fällt die monatliche Prämie aus. Möglich sind Franchise-Stufen zwischen 300 und 2500 Franken jährlich. Kinder und Jugendliche (bis 18 Jahre) können auch mit einer Franchise von 0 Franken versichert werden.
Unterschiedliche Tarifmodelle
Neben dem Standard-Tarif mit freier Arztwahl, wie man es auch in Deutschland kennt, gibt es in der Schweiz auch die Wahl zwischen verschiedenen Tarifmodellen. Diese haben ebenfalls zum Ziel, die Kosten zu reduzieren und so die Versicherung günstiger anzubieten. In diesen Tarifen ist festgelegt, bei wem Sie sich im Krankheitsfall zuerst vorstellen, etwa bei einer Partnerapotheke oder über telemedizinische Wege. Lassen Sie sich im Zweifel beraten, um die Voraussetzungen für bestimmte Tarife genau zu kennen. Wenn die Art der Leistungserbringung gut zu Ihnen passt, können Sie auf diesem Weg viel Geld bei den Prämien für die Grundversicherung sparen.
Unterschiedliche Preise für die Grundversicherung
Nicht nur die Franchise und das Versicherungsmodell haben Einfluss auf die Prämie. Es kommt auch auf den Anbieter und Ihren Wohnkanton an. Ein Vergleich lohnt sich deshalb immer - wer dieses Jahr noch den günstigsten Tarif bietet, kann schon nächstes Jahr zu den teuersten Anbietern gehören.
Jährliche Änderung der Prämien
Die Preise für die Grundversicherung werden jedes Jahr zwischen den Versicherern und dem Gesetzgeber abgestimmt. Ende September wird die sogenannte "mittlere Prämie" verkündet: Der Durchschnittpreis für einen Erwachsenen im Standard-Tarif. So wird sichergestellt, dass die Krankenkassen kostendeckend arbeiten können und die Versicherten nicht übermässig belastet werden. Abhängig von der Entwicklung am Markt können die Preise sinken oder steigen.
Keine Beteiligung des Arbeitgebers
In der Schweiz müssen Sie die Kosten für die Krankenversicherung allein bezahlen. Bei einer mittleren Prämie von 412,00 Franken im Monat wird das schnell teuer: Rechnen Sie deshalb unbedingt einen ordentlichen Puffer für die Krankenversicherung mit ein, wenn Sie die Kosten für die Lebenshaltung berechnen.
Wie wähle ich die passende Grundversicherung?
Ob eine Grundversicherung gut zu Ihnen passt, ist abhängig vom Tarifmodell, der Franchise und der monatlichen Prämie, denn die erbrachten Leistungen sind überall gleich. Überlegen Sie sich deshalb zunächst, welches Tarifmodell und welche Franchise Sie wählen möchten, und suchen Sie dann die günstigsten Anbieter heraus. Legen Sie Wert auf persönliche Betreuung oder telefonische Erreichbarkeit zu jeder Tageszeit, können Sie solche Kriterien ebenfalls berücksichtigen. Alles in allem können Sie aber nicht viel falsch machen – durch die Versicherungspflicht sind die Möglichkeiten hier ohnehin begrenzt. Zahlen Sie dennoch zu viel, können Sie die Versicherung auch wieder wechseln, denn jeweils zum Jahresende ist die Kündigung der Grundversicherung möglich.
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Das müssen Sie wissen, wenn Sie sich als Zuziehender in der Schweiz versichern
Sind Sie neu in der Schweiz, sollten Sie sich nicht nur aus Kostengründen mit der Krankenversicherung auseinandersetzen. Sie sind auch verpflichtet, sich rechtzeitig anzumelden. Zudem sind die Leistungen der Grundversicherung begrenzt, können aber durch Abschluss einer privaten Zusatzversicherung erweitert werden.
Anmeldefrist: 3 Monate
Nach Ihrer Ankunft in der Schweiz haben Sie 3 Monate Zeit, sich bei einer Grundversicherung anzumelden. Tun Sie dies nicht, wird Ihnen ein Anbieter zugewiesen: Durch die Versicherungspflicht ist es nicht erlaubt, auch nur einen Tag ohne Krankenversicherung in der Schweiz zu leben. Die abgeschlossene Grundversicherung gilt rückwirkend ab dem ersten Tag Ihres Aufenthalts. Sind Sie mit der zugewiesenen Krankenkasse nicht zufrieden, können Sie diese zum Jahresende wechseln.
Begrenzte Leistungen der Grundversicherung
Die Leistungen der Grundversicherung sind gesetzlich festgelegt und beschränken sich auf akute Erkrankungen und Unfälle. Einige Behandlungen sind nicht enthalten und müssen bei Bedarf aus eigener Tasche gezahlt oder über eine Zusatzversicherung abgerechnet werden. Nicht übernommen werden zum Beispiel Zahnarztbesuche, auch keine Kontrollen oder das Füllen von Löchern. Auch für Prävention und Vorsorge kann eine Zusatzversicherung sinnvoll sein. Prüfen Sie am besten genau, welche Leistungen die Grundversicherung Ihnen bietet und ergänzen Sie den Schutz so, wie es zu Ihren Bedürfnissen passt.
Unser Fazit
Die Versicherungspflicht in der Schweiz sorgt dafür, dass jede Person krankenversichert ist und bei Notfällen medizinische behandelt wird. Für Versicherte macht Sie vor allem die Auswahl und en Wechsel leichter: Sie bekommen von jedem Anbieter die gleichen medizinischen Leistungen und können sich bei der Auswahl auf andere Dinge konzentrieren. Auch der Wechsel gestaltet sich so für Sie ohne Sorgen: Sie können sich bei jeder Krankenkasse anmelden und werden garantiert aufgenommen. Und dauert es einmal zu lange, ohne dass Sie etwas dafür können, bleiben Sie einfach beim bisherigen Versicherer und der Wechsel wird rückwirkend vollzogen. Zahlen Sie beim neuen Versicherer weniger, bekommen Sie sogar die Differenz erstattet.
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Weitere Links und Quellen zu diesem Beitrag
- www.kvg.org – Versicherungspflicht bei Erwerbstätigkeit oder Wohnsitz in der Schweiz
- www.bag.admin.ch – Krankenversicherung: Versicherungspflicht für in der Schweiz wohnhafte Versicherte
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