Was kostet die Kranken­versicherung in der Schweiz für Familien?

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Kurz zusammengefasst

  • Die Krankenversicherung in der Schweiz ist verhältnismässig kostspielig
  • Die mittlere Prämie der Grundversicherung liegt 2026 bei 393,30 Franken im Monat
  • Durch Franchise und Selbstbehalt entstehen zusätzliche Kosten
  • Jedes Familienmitglied muss selbst versichert sein, es existiert keine Familienversicherung
  • Familien mit Kindern zahlen monatlich oft vierstellige Beträge an die Grundversicherung

Das Versicherungssystem in der Schweiz unterscheidet sich von den meisten anderen Systemen in Europa. Besonders hinsichtlich der Krankenversicherung gibt es deutliche Unterschiede: Die angebotenen Leistungen sind anders und die Kosten sind vergleichsweise hoch – vor allem, weil sie anders verteilt werden.

Besonders kostspielig kann es werden, wenn Sie als Familie in die Schweiz auswandern. Welche Kosten auf Sie zukommen, wenn Sie Ihre Familie in der Schweiz gut versichern wollen, haben wir für Sie zusammengefasst.

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Was ist Ihnen bei Ihrer Versicherung besonders wichtig?

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Grund­versicherung: Obligatorisch für alle Einwohnerinnen und Einwohner

In der Schweiz gibt es ein Einheits-Kassen-System: Alle Einwohnerinnen und Einwohner sind verpflichtet, sich einer Grundversicherung anzuschliessen. Diese Krankenversicherung gibt es bei vielen verschiedenen Anbietern: Die Preise unterscheiden sich, aber die enthaltenen Leistungen sind immer dieselben. So ist garantiert, dass jede Person in der Schweiz im Notfall versorgt werden kann und niemand sich für die eigene Gesundheit verschulden muss.

Für die Anmeldung bei einer Grundversicherung haben Sie nach der Einwanderung in die Schweiz drei Monate Zeit. Lassen Sie diese Frist verstreichen, wird Ihnen eine Krankenkasse zugewiesen. Um einen anderen Anbieter oder Tarif zu wählen, müssen Sie dann den gesetzlichen Kündigungstermin zum Jahresende nutzen.

Achtung
Keine Familien­versicherung

Die Grundversicherung in der Schweiz ist für jeden ab der Geburt obligatorisch. Allerdings gibt es keine Familienversicherung: Jede Person muss über einen eigenen Vertrag verfügen und Beiträge zahlen. So kann die Krankenversicherung für eine vierköpfige Familie schnell einen vierstelligen Betrag kosten – und das jeden Monat.

Kosten für die Grund­versicherung

Das Gesundheitssystem in der Schweiz gilt als eines der besten weltweit, aber auch als eines der teuersten. Das zeigt sich auch an den Preisen für die Krankenversicherung: Im Jahr 2026 liegt die mittlere Prämie, also der Durchschnitt aller zu zahlenden Prämien für Erwachsene, bei 393,30 Franken im Monat, für Kinder bei 122,50 Franken. Junge Erwachsene zwischen 18-25 Jahren zahlen jeden Monat im Schnitt 326,30 Franken.

Dazu kommt, dass sich der Arbeitgeber in der Schweiz nicht an den Kosten beteiligt: Jede und jeder Versicherte muss den vollen Betrag selbst aufbringen. In einer vierköpfigen Familie werden so durchschnittlich 1031,60 Franken monatlich fällig.

Dazu kommen weitere Kosten, die man in vielen anderen europäischen Ländern nicht kennt: Zusätzlich zur Prämie werden Franchise und Selbstbehalt fällig.

Die Franchise in der Grundversicherung

Die Franchise wählen Sie selbst, wenn Sie eine Grundversicherung abschliessen. Dabei handelt es sich um den Betrag, den Sie zunächst selbst zahlen, bevor die Grundversicherung übernimmt. Wählen Sie einen hohen Betrag, sinkt Ihre Prämie: Gehen Sie selten zum Arzt und nutzen die Franchise nicht aus, können Sie so einige Franken sparen. Bei einer niedrigen Franchise zahlen Sie mehr für die Versicherung, müssen im Krankheitsfall aber keine hohen Beträge selbst zahlen.

Welche Variante sich besser für Sie eignet, ist abhängig von Ihrem Gesundheitszustand und Ihren Vorlieben. Möglich sind für Erwachsene die folgenden Franchise-Stufen: 300, 500, 1000, 1500, 2000 und 2500 Franken. Dabei gilt die Faustregel, dass sich die mittleren Stufen am wenigsten lohnen: Wer viel sparen will, sollte sich für 2000 oder 2500 entscheiden, wer Sicherheit bevorzugt, ist mit 300 oder 500 am besten beraten.

Der Selbstbehalt in der Grundversicherung

Anders als die Franchise können Sie den Selbstbehalt nicht auswählen. Festgelegt ist, dass Sie zunächst 10% der Behandlungsgebühr zahlen müssen, wenn Sie medizinisch behandelt werden. Haben Sie in einem Jahr insgesamt 700 Franken Selbstbehalt erreicht (egal ob mit einer oder mehreren Rechnungen), wird bei weiteren Rechnungen kein Selbstbehalt mehr fällig.

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Tipps: So sparen Familien in der Grund­versicherung

Die Kosten für die Grund­versicherung sind besonders für Familien hoch. Mit ein paar Tipps können Sie aber zumindest dafür sorgen, immer den bestmöglichen Preis zu bezahlen.

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Anspruch auf Prämien­verbilligung prüfen
Regelmässig wechseln

Leis­tungen der Grund­versicherung

Wer die Gesamtkosten berechnen möchte, die für die Krankenversicherung in der Schweiz fällig werden, sollte auch einen Blick auf die Leis­tungen der Grund­versicherung werfen. Diese sind zwar gut, umfassen aber nicht alles, was zu einer guten Gesundheitsversorgung notwendig ist. Nicht enthalten sind zum Beispiel Behandlungen beim Zahnarzt. Bis auf wenige Ausnahmen müssen Sie also alles selbst bezahlen, was Ihre Zähne betrifft: Das Füllen von Löchern, Wurzelbehandlungen und Zahnersatz, aber auch professionelle Zahnreinigung, Zahnsteinentfernung und andere Formen der Vorsorge.

Es können also weitere Kosten für Sie entstehen: Entweder, weil Sie bestimmte Leistungen aus eigener Tasche zahlen, oder, weil Sie eine Zusatzversicherung für diese Leistungen abschliessen.

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Zusatz­versicherungen: Wer sie braucht und was sie kosten

Um eine umfassende Gesundheitsversorgung für sich selbst und die eigene Familie zu gewährleisten, kommen Sie um den Abschluss einer Zusatzversicherung kaum herum. Denn die Leis­tungen der Grund­versicherung beschränken sich auf das Wesentliche – hinsichtlich Vorsorge und der Behandlung kleinerer Erkrankungen ist die Versorgung aber eher dürftig.

Zusatzversicherungen gibt es für unterschiedliche Bereiche und Bedürfnisse: Beliebt sind ambulante Zusatzversicherungen für den Zahnarzt und Hilfsmittel wie Brillen oder Kontaktlinsen. Auch im Bereich der Vorsorge existieren viele unterschiedliche Tarife.

Für die Versorgung im Spital stehen verschiedene Spitalversicherungen zur Auswahl, mit denen Sie Anspruch auf Chefarztbehandlung oder eine Unterbringung im Einzelzimmer haben können.

Ob Sie eine Zusatzversicherung brauchen, ist in erster Linie von Ihren Wünschen und Ihrem Bedarf abhängig. Besonders Familien sollten zunächst berechnen, wieviel eine Zusatzversicherung kosten würde und wieviel sie damit sparen würden. Am meisten lohnen sich Tarife, die häufig in Anspruch genommen werden.

Kosten einer Zusatzversicherung

Die Kosten für eine Zusatzversicherung lassen sich kaum vorhersagen. Neben den enthaltenen Leistungen spielen viele weitere Faktoren eine Rolle: Alter und Gesundheitszustand des Versicherten, maximale Deckungssumme sowie mögliche Rabatte haben Einfluss auf die Prämie. Hier lohnt sich ein umfassender Vergleich: Nur so erfahren Sie, welcher Anbieter die von Ihnen gewünschten Leistungen zum besten Preis anbietet. Wir empfehlen, auch bereits bestehende Verträge regelmässig zu vergleichen – was in einem Jahr noch das günstigste Angebot ist, kann schon im darauffolgenden Jahr im Preiskampf nicht mehr mithalten.

Zusatz­versicherungen: Tipps für Familien

Bei den Zusatzversicherungen gibt es besonders für Familien ein paar Möglichkeiten, um bei den Prämien zu sparen oder die Leistungen zu verbessern. Erkundigen Sie sich vor dem Abschluss nach Angeboten für Familien und nutzen Sie diese, um das Beste aus Ihrer Versicherung herauszuholen.

Familienrabatte

Versicherungen sind in der Regel immer daran interessiert, neue Mitglieder zu gewinnen. Versichern Sie Ihre Familienmitglieder bei demselben Anbieter, bei dem Sie auch versichert sind, erhalten diese häufig Rabatte auf die Prämie. Je mehr Familienmitglieder versichert sind, desto höher können die Rabatte ausfallen.

Gemeinsames Leistungskonto

Ebenfalls sehr nützlich für Familien ist ein gemeinsames Leistungskonto. So gilt für die gesamte Familie eine hohe Deckungssumme statt für jedes Familienmitglied eine niedrigere. Steht dann eine kostspielige Behandlung an, etwa die Versorgung mit einer Zahnspange, kann das betroffene Familienmitglied die Deckungssumme voll ausnutzen und es wird keine hohe Selbstbeteiligung fällig.

Unser Fazit

Wer nicht nur sich selbst, sondern eine ganze Familie krankenversichern muss, muss dafür in der Schweiz tief in die Tasche greifen. Neben den hohen Prämien führen vor allem die fehlende Arbeitgeber-Beteiligung und die Prämienzahlungen ab der Geburt für alle Familienmitglieder dazu, dass häufig ein grosser Teil des Einkommens für die Versicherung aufgewendet werden muss.

Wichtig ist deshalb, die Tarife regelmässig zu vergleichen und die eigene Versicherungssituation zu prüfen und zu optimieren, um zumindest nicht mehr als nötig zu bezahlen. Nutzen Sie Rabattmöglichkeiten und vergleichen Sie Ihren Tarif, um herauszufinden, wieviel Sie bei einem anderen Anbieter für die gleichen Leistungen zahlen müssten. Fordern Sie am besten noch heute Ihr individuelles Angebot an und versichern Sie Ihre Familie von Anfang an in den besten Tarifen!

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