Die Schweiz ist ein attraktives Einwanderungsland: Hohe Löhne, eine wunderschöne Landschaft und insgesamt eine hohe Lebensqualität machen Sie zu einem beliebten Ziel für Einwanderinnen und Einwanderer. In der Rangliste der Städte mit der höchsten Lebensqualität in Europa rangiert Zürich immer unter den vordersten Plätzen, und auch Genf findet sich auf dieser Liste meist in den Top 10.
Was viele aber unterschätzen, sind die Lebenshaltungskosten, die sie in der Schweiz erwarten. Im europäischen Durchschnitt ist die Schweiz nämlich auch hier weit vorne mit dabei. Mit welchen Kosten Sie rechnen müssen, wenn Sie in die Schweiz auswandern wollen, haben wir für Sie zusammengefasst.
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Lebenshaltung: Das gehört dazu
Zu den Kosten für Lebenshaltung zählt im Prinzip alles, was man für ein gutes und gesetzeskonformes Leben in der Schweiz benötigt. In erster Linie umfasst die Lebenshaltung Wohnkosten und die Kosten für Ernährung, Bekleidung und gesundheitliche Versorgung. Ebenfalls dazu zählen Steuern und Versicherungen, die Kosten für Möbel und Haushaltsgeräte, für Urlaub und Freizeit und Verkehr in Form von Tickets oder Fahrzeugen. Auch die Kosten für Post und Telekommunikation sowie Sparbeträge und andere finanzielle Verpflichtungen zählen zur Lebenshaltung.
So viel kostet die Lebenshaltung in der Schweiz
Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern sind die Lebenshaltungskosten in der Schweiz relativ hoch. Aktuell wird der Durchschnittswert für die Lebenshaltung einer alleinlebenden Person mit etwa 5300 Franken pro Monat angegeben (zum Vergleich: in Deutschland betragen die Kosten für die Lebenshaltung durchschnittlich 1800 Euro pro Monat). Dabei werden ca. 1800 Franken für Steuern und andere Abgaben aufgewendet, 3500 Franken fliessen in den privaten Konsum.
Einzeln aufgeschlüsselt können Sie mit diesen durchschnittlichen Kosten rechnen:
- Wohnen: 800 Franken
- Krankenkasse: 350 Franken
- Andere Versicherungen: 30 Franken
- Kommunikation (Internet, Telefon etc.): 100 Franken
- Energie: 90 Franken
- Verkehr (inkl. Versicherungen): 450 Franken
- Nahrung: 600 Franken
- Persönlicher Bedarf (Kleidung, Freizeit etc.): 250 Franken
- Hygieneprodukte: 30 Franken
- Gesundheitskosten (Arzt, Medikamente etc.): 200 Franken
- Gaststätten und Urlaub (inkl. Unterbringung): 400 Franken
- Andere Waren und Dienstleistungen: 200 Franken
Dabei ist natürlich zu bedenken, dass sich die einzelnen Werte abhängig von Ihrem Lebensstil und Ihrem Bedarf unterscheiden können - auch Ihr Wohnort in der Schweiz hat Einfluss darauf, wie hoch die Kosten am Ende tatsächlich ausfallen. So sind beispielsweise die Mieten in Genf und Zürich überdurchschnittlich hoch, während Sie auf dem Land deutlich günstiger leben. Auch Ihr Familienstand ändert Ihre finanzielle Situation: Paare und Familien leben im Durchschnitt etwas günstiger als Alleinlebende, müssen aber immer noch mit hohen Lebenshaltungskosten zurechtkommen.
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Das ist das Durchschnittseinkommen in der Schweiz
Ein Vergleich der Lebenshaltungskosten macht natürlich nur Sinn, wenn man auch das durchschnittliche Einkommen miteinander vergleicht. Aktuelle Untersuchungen haben hier einen Wert von 6788 Franken pro Monat ermittelt. Abhängig von Ihrem Abschluss, der Branche und Ihrer Stellung im Unternehmen sind auch deutlich höhere Löhne möglich.
Steuern und Abgaben in der Schweiz
Die Steuerlast in der Schweiz ist im europäischen Vergleich relativ niedrig, auch bei den Lohnabzügen sind die Werte unterhalb des Durchschnitts. Für die Berechnung Ihres Einkommens relevant ist hauptsächlich die Einkommenssteuer: Je nach Wohnkanton und Ihrem Familienstand können hier zwischen 18-30% Ihres Einkommens abgezogen werden. Dazu kommen die Abgaben für Sozialversicherungen: Für AHV/IV, EO und ALV werden insgesamt 10,6% abgezogen. Da der Arbeitgeber aber die Hälfte übernimmt, bleibt ein effektiver Abzug von 5,3% des Bruttolohns.
In der Schweiz müssen Ehepaare eine gemeinsame Steuererklärung abgeben. Das hat zwar manchen Vorteil, bei gutverdienenden Partnern aber auch einen Nachteil: Die progressive Besteuerung bei der Bundessteuer kann dazu führen, dass durch das kombinierte Einkommen ein deutlich höherer Betrag und dadurch eine höhere finanzielle Belastung entsteht. Eine Hochzeit hat also nicht automatisch eine Steuerersparnis zur Folge, wie es in vielen anderen Ländern der Fall ist.
Zusätzliche Kosten: Altersvorsorge und Krankenversicherungen
Möchten Sie in der Schweiz auch bei Krankheiten und im Alter ein gutes Leben führen, müssen Sie dafür zusätzliche Kosten einplanen. So deckt die Schweizer Grundversicherung nur die nötigsten medizinischen Behandlungen - möchten Sie einen umfassenderen Versicherungsschutz, benötigen Sie dafür private Zusatzversicherungen.
Die Schweizer Altersvorsorge über die staatlichen Leistungen und die Pensionskasse deckt im Alter etwa 60% Ihres bisherigen Einkommens – aber nur, wenn Sie Zeit Ihres Lebens Vollzeit gearbeitet haben. Haben Sie keinen Anspruch auf eine Altersvorsorge aus Ihrer Heimat, müssen Sie unbedingt zusätzlich privat vorsorgen – etwa mit einer Lebensversicherung oder einer anderen Anlage in Säule 3a oder Säule 3b.
Gesamtrechnung: Mehr Netto vom Brutto, aber höhere Kosten
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sich die höheren Kosten mit dem höheren Einkommen in der Schweiz etwa die Waage halten. Wer klug wirtschaftet und über ein gutes Einkommen verfügt, profitiert von den geringeren Abzügen und den niedrigen Steuersätzen in der Schweiz. Dennoch sind die hohen Lebenshaltungskosten immer zu berücksichtigen, zumal dazu Ausgaben kommen, die in anderen Ländern so nicht anfallen. So beteiligt sich der Arbeitgeber in der Schweiz zum Beispiel nicht an den Kosten für die Krankenversicherung, sodass hier mit deutlich höheren Ausgaben zu rechnen ist. Auch die Altersvorsorge muss berücksichtigt werden, wenn man in der Schweiz dauerhaft gut leben will.
- Die Lebenshaltungskosten in der Schweiz liegen deutlich über dem europäischen Durchschnitt
- Alleinlebende Personen müssen mit monatlichen Kosten von etwa 5300 Franken rechnen
- Dafür sind auch die Löhne höher: Der aktuelle Medianlohn liegt bei 6788 Franken monatlich
- Steuern und Abgaben sind niedriger als in anderen Ländern und unterscheiden sich abhängig vom Wohnkanton, vom Alter und vom Familienstand
- Für die private Altersvorsorge und die Gesundheitsversorgung sollten zusätzliche Kosten eingeplant werden
Unser Fazit
Das Leben in der Schweiz ist trotz der hohen Kosten für viele attraktiv. Möchten Sie auch Sie in die Schweiz einwandern, sollten Sie vorher durchrechnen, ob sich der Umzug für Sie lohnt – lassen Sie sich nicht von hohen Löhnen locken, ohne die Kosten für die Lebenshaltung zu berücksichtigen.
Zumindest in Sachen Versicherung können Sie aber sparen - egal, ob Krankenkasse oder private Altersvorsorge: Wir versorgen Sie mit den passenden Informationen und unterstützen Sie bei der Suche nach den günstigsten und besten Tarifen. Nutzen Sie unsere Angebote und haben Sie von Beginn an einen kompetenten Partner an Ihrer Seite, der Ihnen den Start in der Schweiz erleichtert!
Weitere Links und Quellen zu diesem Beitrag
- www.ethz.ch – Lebenshaltungskosten
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