Kurz zusammengefasst
- Die Franchise kann bis zum 30. November für das nächste Jahr geändert werden und wird ab dem 1. Januar wirksam.
- Für Erwachsene gibt es sechs Franchise-Stufen: 300, 500, 1000, 1500, 2000 und 2500 CHF – diese sind gesetzlich festgelegt und gelten für alle Krankenkassen.
- Eine Franchise-Änderung ist bei der gleichen Krankenkasse möglich, ein Wechsel der Krankenkasse ist nicht nötig. Höhere Franchise bedeutet niedrigere Prämien, niedrigere Franchise bedeutet höhere Prämien.
Stand: 2025-11
Sie möchten Ihre Franchise ändern, wissen aber nicht genau, wann und wie das geht? Viele Versicherte sind unsicher, ob sie die Franchise bei ihrer aktuellen Krankenkasse ändern können oder ob sie dafür wechseln müssen. Auch die Frage, welche Franchise-Stufe für die eigene Situation am besten ist, beschäftigt viele. Hier erfahren Sie alles, was Sie über das Ändern der Franchise wissen müssen: von den Fristen über den Prozess bis hin zu Rechenbeispielen, die Ihnen bei der Entscheidung helfen.
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Was ist die Franchise?
Die Franchise ist der Betrag, den Sie pro Jahr selbst zahlen müssen, bevor die Grundversicherung Leistungen übernimmt. Für Erwachsene ist die Franchise gesetzlich festgelegt und kann zwischen 300 und 2500 CHF gewählt werden. Die Franchise gilt pro Kalenderjahr und muss jedes Jahr neu erreicht werden.
Wichtig: Die Franchise ist nicht dasselbe wie der Selbstbehalt. Während die Franchise der Betrag ist, den Sie zuerst selbst zahlen müssen, ist der Selbstbehalt ein Prozentsatz (10 %), den Sie zusätzlich zahlen müssen, nachdem Sie die Franchise erreicht haben. Wie Franchise und Selbstbehalt zusammenwirken, erfahren Sie hier: Selbstbehalt bei der Krankenkasse.
Welche Franchise-Stufen gibt es?
In der Schweiz gibt es sechs gesetzlich festgelegte Franchise-Stufen für Erwachsene:
- 300 CHF (Mindestbetrag)
- 500 CHF
- 1000 CHF
- 1500 CHF
- 2000 CHF
- 2500 CHF (Maximalbetrag)
Diese Stufen gelten für alle Krankenkassen gleich – es gibt keine Unterschiede je nach Anbieter. Die Wahl der Franchise hat direkten Einfluss auf Ihre monatliche Krankenkassenprämie. Es gilt: Je höher die Franchise, desto niedriger die Prämie und umgekehrt.
Für Kinder bis 18 Jahre gelten eigene Franchise-Stufen: meist 0 CHF, 100 CHF, 200 CHF, 300 CHF, 400 CHF, 500 CHF oder maximal 600 CHF – abhängig vom Angebot der jeweiligen Krankenkasse
Wann kann man die Franchise ändern?
Eine Änderung der Franchise muss bis zum 30. November für das Folgejahr beantragt werden. Diese Frist ist gesetzlich festgelegt und gilt für alle Krankenkassen der Schweiz. Die Änderung wird dann ab dem 1. Januar wirksam.
Wichtig: Die Franchise kann nur einmal pro Jahr geändert werden. Sie können also nicht mehrmals im Jahr zwischen verschiedenen Stufen wechseln. Die Änderung gilt immer für das gesamte Kalenderjahr.
Die Fristen zum Ändern der Franchise im Überblick
- Antragsfrist: Bis 30. November (für das nächste Jahr)
- Wirksamkeit: Ab 1. Januar
- Häufigkeit: Einmal pro Jahr möglich
Wenn Sie die Frist verpassen, können Sie die Franchise erst wieder für das Jahr nach dem Folgejahr ändern. Sie müssen dann über ein Jahr warten, bis die Änderung in Kraft tritt. Es lohnt sich also, rechtzeitig zu planen und die Änderung vor dem 30. November zu beantragen.
Wie ändert man die Franchise?
Die Franchise-Änderung kann auf verschiedene Weise bei Ihrer Krankenkasse beantragt werden:
1. Franchise ändern per Online-Formular
Viele Krankenkassen bieten die Möglichkeit, die Franchise-Änderung online zu beantragen. Dies ist meist die schnellste Methode. Sie finden das entsprechende Formular auf der Website Ihrer Krankenkasse (z. B. bei der CSS).
2. Franchise ändern per Telefon
Alternativ können Sie die Franchise-Änderung auch telefonisch beantragen. Rufen Sie die Hotline Ihrer Krankenkasse an und teilen Sie Ihren Wunsch mit.
3. Franchise ändern per Brief
Die dritte Möglichkeit ist die schriftliche Beantragung per Post. Senden Sie einen Brief an Ihre Krankenkasse mit der Bitte um Änderung der Franchise.
Hinweis: Die genauen Prozesse können je nach Krankenkasse variieren. Nicht alle Krankenkassen bieten ein Online-Formular an, und die Bearbeitungszeiten können unterschiedlich sein.
Planen Sie die Änderung der Franchise frühzeitig ein. Die Frist endet am 30. November, und die Bearbeitung kann einige Tage dauern. Wie empfehlen Ihnen, die Änderung idealerweise bis Mitte November zu beantragen, damit Sie sicher sind, dass sie rechtzeitig bearbeitet wird.
Kann man die Franchise bei der gleichen Krankenkasse ändern?
Ja, die Franchise-Änderung ist bei der gleichen Krankenkasse möglich. Sie müssen nicht wechseln, um Ihre Franchise zu ändern. Dies ist ein häufiger Irrtum: Viele Versicherte glauben, dass sie die Krankenkasse wechseln müssen, um die Franchise zu ändern. Das ist nicht der Fall.
Unterschied: Franchise ändern vs. Krankenkasse wechseln
- Franchise ändern: Sie bleiben bei Ihrer aktuellen Krankenkasse und ändern nur die Franchise-Höhe.
- Krankenkasse wechseln: Sie wechseln zu einer anderen Krankenkasse und können dabei auch die Franchise ändern.
Wenn Sie mit Ihrer aktuellen Krankenkasse zufrieden sind, können Sie einfach die Franchise ändern, ohne zu wechseln. Ein Wechsel ist nur dann nötig, wenn Sie auch andere Aspekte ändern möchten (z. B. Versicherungsmodell, Zusatzversicherungen).
Franchise vergleichen und sparen
Rechenbeispiel: Wie wirkt sich die Höhe der Franchise auf Ihre Kosten aus?
Die Wahl der Franchise beeinflusst Ihre jährlichen Gesamtkosten aus Prämien und allfälligen Gesundheitskosten. Hier zwei typische Beispiele, die zeigen, wie sich eine niedrige und eine hohe Franchise jeweils auswirken – einmal bei geringen und einmal bei höheren Behandlungskosten.
Hinweis: Die genannten Prämien und Beträge sind Beispiele. Die tatsächlichen Kosten variieren je nach Krankenkasse und individueller Situation.
Beispiel 1: Person mit niedrigen Behandlungskosten (500 CHF/Jahr)
Variante A: Tiefe Franchise (300 CHF), hohe Prämie
- Monatliche Prämie: 350 CHF
- Jahresprämie: 350 CHF × 12 = 4'200 CHF
- Behandlungs- bzw. Gesundheitskosten im Jahr: 500 CHF
- Franchise: 300 CHF (voll zu zahlen)
- Selbstbehalt: 10 % von 200 CHF = 20 CHF (da 500 CHF - 300 CHF = 200 CHF)
- Gesamtkosten für den Versicherten: 4'200 + 300 + 20 = 4'520 CHF
Variante B: Hohe Franchise (2'500 CHF), tiefe Prämie
- Monatliche Prämie: 280 CHF
- Jahresprämie: 280 CHF × 12 = 3'360 CHF
- Behandlungs- bzw. Gesundheitskosten im Jahr: 500 CHF
- Franchise: 500 CHF (volle Behandlungskosten, da unterhalb Franchise-Betrag, alles selbst zu zahlen)
- Selbstbehalt: 0 CHF (Franchise nicht ausgeschöpft)
- Gesamtkosten für den Versicherten: 3'360 + 500 = 3'860 CHF
Fazit Wer selten ärztliche Hilfe benötigt, fährt mit einer hohen Franchise meist günstiger, weil die Prämie klar tiefer ist.
Beispiel 2: Person mit hohen Behandlungskosten (5'000 CHF/Jahr)
Variante A: Tiefe Franchise (300 CHF), hohe Prämie
- Monatliche Prämie: 350 CHF
- Jahresprämie: 350 CHF × 12 = 4'200 CHF
- Behandlungs- bzw. Gesundheitskosten im Jahr: 5'000 CHF
- Franchise: 300 CHF
- Restbetrag für Selbstbehalt: 5'000 CHF - 300 CHF = 4'700 CHF
- Selbstbehalt: 10 % von 4'700 CHF = 470 CHF (max. 700 CHF pro Jahr möglich)
- Gesamtkosten für den Versicherten: 4'200 + 300 + 470 = 4'970 CHF
Variante B: Hohe Franchise (2'500 CHF), tiefe Prämie
- Monatliche Prämie: 280 CHF
- Jahresprämie: 280 CHF × 12 = 3'360 CHF
- Behandlungs- bzw. Gesundheitskosten im Jahr: 5'000 CHF
- Franchise: 2'500 CHF
- Restbetrag für Selbstbehalt: 5'000 CHF - 2'500 CHF = 2'500 CHF
- Selbstbehalt: 10 % von 2'500 CHF = 250 CHF
- Gesamtkosten für den Versicherten: 3'360 + 2'500 + 250 = 6'110 CHF
Fazit Wer regelmässig höhere Behandlungskosten hat, fährt mit einer tiefen Franchise günstiger, obwohl die monatliche Prämie höher ist – weil der Eigenanteil (Franchise und Selbstbehalt) tiefer bleibt.
Wenn Sie wenig Behandlungskosten haben, lohnt sich eine höhere Franchise. Sie sparen durch die niedrigere Prämie, ohne die höhere Franchise vollständig aufzubrauchen.
Gibt es Kosten oder Nachteile beim Ändern der Franchise?
Eine Änderung der Franchise ist unkompliziert und verursacht an sich keine Gebühren oder zusätzlichen Kosten. Wichtig zu wissen ist allerdings, dass sich mit einer Änderung Ihrer Franchise auch Ihre monatliche Prämie ändert: Wählen Sie eine höhere Franchise, zahlen Sie eine niedrigere Prämie, bei einer tieferen Franchise entsprechend mehr. Wie gross der Unterschied ist, hängt von Ihrer Krankenkasse und der gewählten Franchise-Stufe ab – ein Vergleich verschiedener Varianten lohnt sich.
Zudem gibt es keine Wartezeiten beim Ändern der Franchise: Beantragen Sie die Änderung bis zum 30. November, wird sie ab dem 1. Januar des Folgejahres wirksam. Auch sonst gibt es keine weiteren Nachteile – Sie können Ihre Franchise ganz einfach einmal pro Jahr anpassen, falls sich Ihre Lebenssituation oder Ihre Bedürfnisse ändern.
FAQ – Häufige Fragen zur Franchise-Änderung
Fazit
Die Franchise-Änderung ist ein wichtiges Instrument, um Ihre Versicherungskosten zu optimieren. Wenn Sie wenig Behandlungskosten haben, kann eine höhere Franchise sinnvoll sein, da Sie durch die niedrigere Prämie sparen. Haben Sie regelmässig anfallende oder hohe Geusndhheitskosten, lohnt sich oft eine niedrigere Franchise, da Sie weniger selbst zahlen müssen und die Krankenkasse früher einspringt.
Wichtig ist, dass Sie die Frist beachten: Die Änderung muss bis zum 30. November beantragt werden, damit sie ab dem 1. Januar wirksam wird. Die Franchise kann bei der gleichen Krankenkasse geändert werden – ein Wechsel ist nicht nötig.
Um die passende Franchise-Stufe für Ihre Situation zu finden, lohnt es sich, verschiedene Franchise-Optionen zu vergleichen. So stellen Sie sicher, dass Sie die Versicherung finden, die zu Ihren Bedürfnissen passt – und mit der Sie nicht unnötig viel bezahlen.
Weitere Links und Quellen zu diesem Beitrag
- www.bag.admin.ch – Krankenversicherung: Wahlfranchisen
- www.bag.admin.ch – Krankenversicherung: Prämien und Kostenbeteiligung
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