Sie sind wohl der Hauptgrund für viele Einwanderungen in die Schweiz: Die Schweizer Löhne, die im europaweiten Vergleich meist Spitzenpositionen einnehmen. Doch wie viel verdient man wirklich in der Schweiz? Welche Löhne werden in welchen Berufsgruppen gezahlt und lohnt sich der Umzug in die Schweiz wegen der Bezahlung? Versicherung-Schweiz hat das für Sie untersucht.
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Durchschnittslohn in der Schweiz im europäischen Vergleich
Der Durchschnittslohn in der Schweiz ist im europäischen Vergleich ohne Zweifel weit oben.
Bezogen auf eine Vollzeit-Tätigkeit beträgt der aktuelle Medianlohn, also der Durchschnittslohn in der Schweiz, 6788 Franken pro Monat. Dabei gibt es nach wie vor einen Unterschied zwischen den Geschlechtern – so verdienten beispielsweise 2022 Frauen im Durchschnitt 9,5% weniger als Männer.
Damit liegt die Schweiz im Vergleich mit anderen europäischen Ländern auf Platz 1. Ähnlich gut verdient man auf den Plätzen 2-4 und damit in Island, Luxemburg und Norwegen. Am unteren Ende der Skala findet man die Löhne in Kroatien, Ungarn und Polen.
Mindestlohn: Keine offizielle Grenze
Im Gegensatz zu anderen Ländern existiert in der Schweiz kein festgelegter Mindestlohn. Allerdings haben einige Kantone einen eigenen Mindestlohn festgelegt, dieser liegt meist zwischen 19 und 24 Franken. In vielen Branchen existieren ausserdem sogenannte “Gesamtarbeitsverträge”: Ähnlich den Tarifverträgen in anderen Ländern regeln diese die Lohnhöhe und legen meist auch eine Lohnuntergrenze fest.
Es gibt allerdings eine Untergrenze für die berufliche Altersvorsorge: Wer weniger als 22 080 Franken im Jahr verdient, ist nicht verpflichtet, Beiträge an eine Pensionskasse zu zahlen.
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Löhne nach Berufsgruppen
Auch ein hoher Medianlohn spiegelt nicht automatisch die Realität wider. Je nachdem, in welcher Branche Sie arbeiten und welche Tätigkeit Sie ausüben, können Sie mit unterschiedlichen Löhnen rechnen – sowohl deutlich über als auch deutlich unter dem Medianlohn. Zu den Branchen mit den höchsten Durchschnittslöhnen gehören diese:
- Tabakindustrie: 13 299 Franken
- Banken: 10 491 Franken
- Pharmaindustrie:10 296 Franken
- Informationstechnologie: 9412 Franken
In etwa den Medianlohn verdient man in diesen Branchen:
- Grosshandel: 7414 Franken
- Maschinenindustrie: 7245 Franken
- Luftfahrt: 6980 Franken
- Baugewerbe: 6410 Franken
Am unteren Ende der Skala finden sich schliesslich diese Berufszweige:
- Detailhandel: 5095 Franken
- Gastgewerbe: 4601 Franken
- Beherbergung: 4572 Franken
- Persönliche Dienstleistungen: 4384 Franken
Lohnhöhe: Abhängig von Ausbildung und Position im Unternehmen
Der Lohn des Einzelnen in diesen Branchen ist dann vor allem abhängig vom Ausbildungsstatus der Person: Am meisten verdienen Personen mit Universitätsabschluss, hier liegt der Durchschnittslohn bei 10 210 Franken. Ebenso wichtig ist die berufliche Stellung im Unternehmen. Während der Medianlohn bei Stellen ohne oder mit wenig Verantwortung für Personen mit Universitätsabschluss bei etwa 8500 Franken liegt, führt hohe Verantwortung zu einem durchschnittlichen Lohn von fast 14 000 Franken.
Mehr Netto vom Brutto: Das wird in der Schweiz vom Lohn abgezogen
Ein Grund, warum die Löhne in der Schweiz so attraktiv sind, sind die geringen Abzüge. So ist nicht nur der Bruttolohn deutlich höher als in anderen Ländern, es bleibt am Ende auch noch mehr vom Bruttolohn übrig.
Abhängig vom Familienstand und Ihrem Alter müssen Sie in der Schweiz zwischen 10 und 18% Ihres Lohns abgeben. Die Abgaben teilen sich dabei wie folgt auf:
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Weitere mögliche Abzüge
Neben den obligatorischen Abzügen hat Ihr Arbeitgeber noch weitere Möglichkeiten, wenn er Sie zusätzlich absichern möchte. So kann es passieren, dass Ihre Abzüge etwas höher ausfallen - dafür haben Sie aber auch Anspruch auf bessere Leistungen.
Überobligatorium
Verdienen Sie mehr als 90 720 Franken pro Jahr, zahlen Sie auf Ihre Lohnbestandteile über dieser Grenze keine Beiträge an die Pensionskasse – dementsprechend gross wird die Diskrepanz zwischen Ihrer Rente und Ihrem aktuellen Einkommen. Ihr Arbeitgeber hat aber die Möglichkeit, auch diese Lohnbestandteile im sogenannten Überobligatorium zu versichern. So zahlen Sie und Ihr Arbeitgeber erhöhte Beiträge, dafür erhalten Sie am Ende aber mehr Rente.
Krankentagegeldversicherung
Eine Krankentagegeldversicherung zahlt Ihren Lohn weiter, wenn Sie wegen Krankheit ausfallen. Der Abschluss ist für Arbeitgeber freiwillig: Hat Ihr Arbeitgeber eine Tagegeldversicherung für Sie abgeschlossen, übernimmt er die Hälfte der Beiträge, die andere Hälfte zahlen Sie selbst.
Krankenversicherung: Zusätzlicher Kostenfaktor in der Schweiz
Anders als zum Beispiel in Deutschland wird die Krankenversicherung in der Schweiz nicht vom Arbeitgeber mitgetragen, sondern Sie müssen ganz allein für die Beiträge aufkommen. Aktuell wird für die mittlere Prämie in der Grundversicherung ein Betrag von 378, 70 Franken fällig - je nachdem, wo Sie wohnen und welche Versicherung Sie gewählt haben, kann es auch deutlich teurer werden. Dazu kommt, dass Sie sich in der Schweiz an den Kosten Ihrer Behandlungen beteiligen müssen: Einmal mit einem jährlichen Selbstbehalt von 10% (dieser wird pro Jahr bis zu einem Betrag von 700 Franken fällig) und einmal mit einer Franchise – einem bei Vertragsabschluss selbst gewählten Betrag, den Sie selbst zahlen, bevor die Versicherung einspringt.
Seien Sie sich ausserdem darüber bewusst, dass die Grundversicherung bestimmte Kosten gar nicht übernimmt - beispielsweise den Besuch beim Zahnarzt. Möchten Sie hier eine umfassende Versorgung erreichen, müssen Sie einige Behandlungen selbst bezahlen oder eine private Zusatzversicherung abschliessen. Berechnen Sie also unbedingt die Beiträge an die Krankenkasse und die zu erwartenden Gesundheitskosten mit ein, wenn Sie Ihren Schweizer Lohn berechnen.
Auch wenn die Löhne in der Schweiz unbestreitbar hoch sind: Die Lebenshaltungskosten sind es ebenfalls. So sind zum Beispiel die Mieten deutlich kostspieliger als in anderen Ländern und auch für Lebensmittel werden hohe Beträge fällig. Erkundigen Sie sich deshalb unbedingt frühzeitig nach den Lebenshaltungskosten in der Schweiz und berechnen Sie, welches Einkommen Sie benötigen, um in der Schweiz ein gutes Leben führen zu können.
- Die Löhne in der Schweiz sind europaweit am höchsten
- Der aktuelle Medianlohn liegt bei 6788 Franken pro Monat
- Ob Sie darüber oder darunter liegen, ist abhängig von Ihrer Ausbildung und der Position im Unternehmen
- Durch niedrige Abzüge sind auch die Nettolöhne sehr hoch
- Auch die Lebenshaltungskosten und die Kosten für Krankenversicherung und Gesundheitsversorgung sind in der Schweiz sehr hoch
Unser Fazit
Die Schweiz ist ohne Frage ein attraktives Einwanderungsland mit hohen Löhnen und einer guten wirtschaftlichen Situation. Bevor Sie sich allerdings von den hohen Löhnen locken lassen, sollten Sie bedenken, dass auch einige Kosten in der Schweiz höher sind als an anderen Orten. Die Lebenshaltung ist teuer und auch für die Krankenversicherung müssen Sie einen hohen Betrag einrechnen.
Möchten Sie es genauer wissen und die verschiedenen Krankenversicherungen miteinander vergleichen, sollten Sie unseren Vergleich nutzen. So erfahren Sie schnell und mit wenigen Klicks, welche Kosten Sie in der Schweiz erwarten würden und in welchem Kanton die Krankenkassenprämien am günstigsten sind.
Weitere Links und Quellen zu diesem Beitrag
- www.bfs.admin.ch – 2022 lag der Medianlohn bei 6788 Franken
- www.grenzgaengerdienst.de – Gehalt in der Schweiz [2025]
- news.kununu.com – Branchen-Gehälter Schweiz: Welche Branchen zahlen am besten?
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