Die Schweiz ist ein beliebtes Einwanderungsland: Die hohe Lebensqualität, wunderschöne Landschaften und ein attraktives Lohnniveau wirken auf viele anziehend. Auch die vielen Amtssprachen erleichtern die Einwanderung – so ist es kaum verwunderlich, dass die Schweiz bei einigen unserer Nachbarn die Listen der beliebtesten Auswanderungsländer anführt, in vielen sogar mit Abstand.
Trotz aller Attraktivität sollte eine Auswanderung in die Schweiz aber gut überlegt sein. Zunächst müssen Sie bestimmte Voraussetzungen erfüllen, um dauerhaft in der Schweiz bleiben zu dürfen. Auch die kulturellen Unterschiede sollten Sie nicht ausser Acht lassen, denn trotz vieler Ähnlichkeiten gibt es auch einiges, was in der Schweiz ganz anders läuft.
Wir haben für Sie zusammengefasst, wie Sie eine Auswanderung in die Schweiz am besten angehen und was Sie beachten sollten, um einen guten Start zu haben.
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Voraussetzungen für eine Einwanderung
Planen Sie, dauerhaft in der Schweiz zu leben und dafür eine Aufenthaltsgenehmigung zu erhalten, müssen Sie dafür bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Welche das sind, ist vor allem abhängig davon, aus welchem Land Sie stammen.
EU- und EFTA-Bürgerinnen und -Bürger
Möchten Sie aus einem Land einwandern, das zu EU oder EFTA gehört, gelten für Sie die folgenden Voraussetzungen:
Nachweis einer festen Arbeitsstelle oder ausreichender finanzieller Mittel
Der einfachste Weg in die Schweiz führt über eine Anstellung. Haben Sie einen Arbeitgeber in der Schweiz, steht einer Einwanderung nichts im Weg. Auch Studierende dürfen sich in der Schweiz immatrikulieren und für die Dauer ihres Studiums in der Schweiz leben - dafür genügt die Immatrikulationsbescheinigung der Universität.
Haben Sie keine Arbeitsstelle in der Schweiz, können Sie alternativ nachweisen, dass Sie über ausreichende finanzielle Mittel verfügen, um unabhängig zu bleiben. Dabei handelt es sich allerdings immer um eine Einzelfall-Entscheidung. In den meisten Fällen genügt ein Vermögen von 100 000-200 000 Schweizer Franken, um eine Aufenthaltsbewilligung für fünf Jahre zu erhalten. Rentner und Privatiers müssen nachweisen, dass sie dauerhaft über ein (passives) Einkommen von mindestens 50 000 Franken jährlich verfügen.
Abschluss einer Schweizer Krankenversicherung
Neben dem finanziellen Auskommen müssen Sie nachweisen, dass Sie über eine Schweizer Krankenversicherung verfügen. In der Schweiz gilt nämlich ein einheitliches Krankenkassensystem für alle; jede Einwohnerin und jeder Einwohner muss eine Grundversicherung abschliessen. Damit Sie nicht bereits vor der Einwanderung eine Krankenkasse suchen müssen, gewährt Ihnen der Gesetzgeber hier etwas Zeit: Bis zu drei Monate nach der Anmeldung an Ihrem neuen Wohnort können Sie Ihre Versicherung rückwirkend nachweisen.
Keine Visumspflicht in den ersten drei Monaten
Im Gegensatz zu Personen, die nicht aus EU oder EFTA stammen, brauchen Sie kein Visum zur Einreise in die Schweiz. Sie dürfen sich ohne weiteren Aufwand bis zu drei Monate in der Schweiz aufhalten. Sie können also auch als Tourist einreisen und sich erst nach Ihrer Einreise um eine Arbeitsstelle und die Anmeldung bei der Krankenversicherung kümmern.
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Herkunft ausserhalb EU und EFTA
Etwas komplizierter ist der Weg in die Schweiz für Personen, die nicht in der EU oder EFTA leben. Sie benötigen für die Einreise zunächst ein Visum – dieses erhalten Sie entweder als Tourist oder wenn Sie eine Anstellung in der Schweiz nachweisen. Eine Aufenthaltsbewilligung erhalten Sie aber nur, wenn Sie einen festen Arbeitsplatz nachweisen können. Und die Suche nach einer Stelle ist in diesem Fall mit Hindernissen verbunden: Möchte ein Schweizer Arbeitgeber Sie anstellen, muss er nachweisen, dass er für diese Stelle keine vergleichbare Person in der Schweiz oder EU/EFTA finden kann. Zudem muss es im wirtschaftlichen Interesse der Schweiz liegen, Sie anzustellen. Diese Regelung gilt dementsprechend nur für besonders qualifizierte Personen.
Möchten Sie als Selbstständiger in die Schweiz auswandern und Ihr Geschäft dort weiterführen oder aufbauen, ist dies unter bestimmten Bedingungen ebenfalls möglich. Genaue Informationen dazu erhalten Sie bei der Arbeitsmarkt- oder Migrationsbehörde des Kantons, in den Sie auswandern möchten.
Aufenthaltsbewilligung: Diese Arten gibt es
Je nach Art Ihrer Anstellung erhalten Sie eine Aufenthaltsbewilligung für einen bestimmten Zeitraum.
- Bewilligung L: Diese gilt für kurze Aufenthalte bis zu 12 Monaten und wird für befristete Arbeitsverträge verwendet
- Bewilligung B: Diese Erlaubnis ist für längere Zeiträume von 1-5 Jahren vorgesehen und gilt ebenfalls bei befristeten Verträgen
- Bewilligung C: Diese Bewilligung wird auch “Niederlassungsbewilligung” genannt und berechtig Sie zum unbefristeten Aufenthalt in der Schweiz
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Häufige Fehler bei der Einwanderung in die Schweiz
Weil die Schweiz auf den ersten Blick bestimmte Ähnlichkeiten mit anderen europäischen Ländern aufweist, unterschätzen viele Einwanderinnen und Einwanderer die Unterschiede zu ihrem Herkunftsland. So gibt es einige, nahezu typische Fehler, die sich mit einer intensiveren Vorbereitung vermeiden lassen.
Die Sprachenvielfalt in der Schweiz
Zwar ist die Schweiz ein Land, in dem viele Sprachen gesprochen werden und auch in der Schule unterrichtet werden. Dennoch gibt es in jeder Region nur eine Sprache, die von allen gesprochen wird. Wer erwartet, sich in der Schweiz in jeder Ecke in allen vier Landessprachen verständigen zu können, wird eine unangenehme Überraschung erleben. Deutsche sollten ausserdem den Schweizer Dialekt nicht unterschätzen: Je nach Ausprägung kann dieser für deutsche Ohren schwer verständlich sein und einen längeren Lernprozess erfordern.
Die Lebenshaltungskosten in der Schweiz
Zwar sind die Löhne in der Schweiz im europäischen Vergleich sehr hoch, doch bei den Lebenshaltungskosten sieht es ähnlich aus. Gehen Sie davon aus, vor allem in den Bereichen Wohnen, Krankenversicherung, Lebensmittel und Freizeit deutlich mehr ausgeben zu müssen, als Sie es bisher gewohnt sind.
Die spätere Zahlung der Steuern
Ein weiterer wichtiger Unterschied ist die Berechnung der Einkommenssteuer. Während diese in vielen Ländern direkt vom Lohn abgezogen wird, wird diese in der Schweiz erst nach dem Jahresende in Rechnung gestellt. Auf Basis Ihrer Steuererklärung erhalten Sie von Ihrem kantonalen Finanzamt dann eine Rechnung, die Sie begleichen müssen. Legen Sie also unbedingt von Ihrem Lohn feste Beträge zur Seite, damit Sie am Jahresende nicht durch eine unerwartete Rechnung des Finanzamts in finanzielle Schwierigkeiten geraten.
Kosten für die Krankenversicherung
In der Schweiz ist die Mitgliedschaft in einer Grundversicherung obligatorisch. Diese versorgt Sie mit den wichtigsten Leistungen für Ihre Gesundheit und sorgt dafür, dass Sie bei Krankheiten und Unfällen eine angemessene Versorgung erhalten. Die Kosten dafür müssen Sie allerdings allein tragen, Ihr Arbeitgeber beteiligt sich nicht – ein Faktor, den die meisten unterschätzen. Je nach Tarif, Ihrem Wohnkanton und den gewählten Bedingungen müssen Sie mit Kosten zwischen 300-600 Franken pro Monat und Person rechnen. Die mittlere Prämie, also der Durchschnitt der Prämien, die man in der gesamten Schweiz für die Grundversicherung zahlen muss, liegt 2026 bei 393,30 Franken. Schaut man nur auf die Prämien für Erwachsene, liegt der Durchschnitt sogar bei 465,30 Franken, die man jeden Monat bezahlen muss.
Doch mit der Grundversicherung allein ist es nicht getan: Einige Leistungen werden von dieser nur anteilig, andere gar nicht erstattet. Ein Beispiel dafür ist der Besuch beim Zahnarzt: Die Kosten für diesen müssen Sie aus eigener Tasche bezahlen. Alternativ können Sie eine Zusatzversicherung für den Zahnarzt abschliessen – dann wird Ihre Rechnung übernommen, Sie haben aber zusätzliche Kosten in Form der monatlichen Prämie. In jedem Fall sollten Sie davon ausgehen, dass zur Prämie für die Grundversicherung noch weitere Gesundheitskosten hinzukommen können, und entsprechende Reserven bilden.
Private Vorsorge
Hohe Löhne, eine gute Altersvorsorge und niedrige Steuern: Von dieser Ausgangslage lassen sich viele Neu-Schweizerinnen und –Schweizer blenden. Doch auch in der Schweiz ist nicht alles Gold, was glänzt: Die staatliche Schweizer Altersvorsorge ist zwar eine sichere Anlage, genügt in vielen Fällen aber nicht mehr, um den gewohnten Lebensstandard zu behalten. Bleiben Sie langfristig in der Schweiz und möchten auch im Ruhestand ein gutes Leben führen, sollten Sie Ihre Vorsorge um private Produkte ergänzen. Gute Möglichkeiten bieten zum Beispiel Lebensversicherungen oder Banklösungen in der steuerlich begünstigten Säule 3a der privaten Vorsorge.
Unterschiede in der Arbeitskultur
Die hohen Löhne in der Schweiz sind für viele das Hauptargument für die Einwanderung. Dabei sollte man aber nicht übersehen, dass auch die Arbeitskultur eine andere ist: Insgesamt arbeitet man in der Schweiz länger, die Wochenarbeitszeit für eine Vollzeitkraft liegt derzeit bei 42,7 Stunden. Der Mindesturlaub liegt bei vier Wochen pro Jahr. Nur Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer unter 20 Jahren haben Anspruch auf fünf Wochen Urlaub.
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Unsere Tipps: So gelingt die Einwanderung am besten
Wer dauerhaft in die Schweiz umsiedeln möchte, sollte dies so gut wie möglich vorbereiten. So reduzieren Sie Ihren Stress bei der Einwanderung und erleben im Nachhinein keine bösen Überraschungen.
Arbeitsstelle und Wohnung im Voraus suchen
Wer bereits eine Zusage für einen Job in der Schweiz hat, macht sich das Leben deutlich leichter. Wandern Sie ohne Arbeitsvertrag aus, haben Sie in den ersten Monaten grossen Druck, eine Arbeitsstelle zu finden. Zudem müssen Sie möglicherweise einen oder mehrere Umzüge in Kauf nehmen – je nachdem, wo Ihre zukünftige Arbeitsstelle liegt. Das bedeutet nicht nur Stress, sondern auch zusätzliche Kosten.
Gleiches gilt für Ihre Unterkunft in der Schweiz: Sobald Sie eine Zusage für eine Arbeitsstelle haben, sollten Sie sich auf die Suche begeben. Denn der Schweizer Wohnungsmarkt ist durchaus umkämpft und in Ballungsräumen sind die Mieten teuer. Zudem können Sie erst mit festem Wohnsitz alle weiteren bürokratischen Schritte einleiten. Ausserdem unterscheiden sich auch die steuerlichen und andere Regelungen in der Schweiz von Kanton zu Kanton. Möchten Sie also vorher genau in Erfahrung bringen, mit welchen Kosten und Gebühren Sie rechnen müssen, müssen Sie wissen, welche kantonalen Reglungen Sie dabei beachten müssen.
Lebenshaltungskosten berechnen
Berechnen Sie unbedingt vorher, mit welchen Kosten Sie in der Schweiz rechnen müssen. Denn ein auf den ersten Blick fürstliches Gehalt kann schnell auf einen durchschnittlichen Wert rutschen, wenn man alle Ausgaben davon abzieht. Viele Neuschweizerinnen und –schweizer geben am Anfang zu viel aus und merken erst später, dass eine deutlich höhere Summe für die Lebenshaltung notwendig ist, als sie es bisher gewohnt sind.
Sich mit der Sprache vertraut machen
Es mag komisch anmuten, doch Sie sollten sich mit der Sprache vertraut machen, egal, in welchen Teil der Schweiz Sie auswandern. In jedem Teil der Schweiz sollten Sie zumindest über Grundkenntnisse in der entsprechenden Sprache verfügen. In der deutschen Schweiz sollten Sie auch den Dialekt berücksichtigen, der sich sogar von Stadt zu Stadt unterscheidet – in Zürich klingt der Dialekt anders als in Bern oder Basel. Besuchen Sie einen Sprachkurs und unterhalten Sie sich möglichst viel mit Einheimischen, um Ihre Sprachkenntnisse zu verbessern.
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- Eine Auswanderung in die Schweiz sollte immer gut vorbereitet sein
- Unerlässlich ist ein fester Arbeitsplatz oder ein anderweitig gesichertes Einkommen bzw. Vermögen
- Auch ein fester Wohnsitz sollte möglichst von Beginn an vorhanden sein
- Berechnen Sie vorher die anfallenden Kosten und überschätzen Sie Ihren finanziellen Spielraum nicht
- Machen Sie sich auch mit der Sprache und möglichen kulturellen Unterschieden vertraut
Unser Fazit
Eine Einwanderung in die Schweiz ist für viele eine Möglichkeit, sich beruflich weiterzuentwickeln oder neue Wege einzuschlagen. Es ist aber wichtig, sich nicht nur von den Vorzügen blenden zu lassen, sondern auch mögliche Unterschiede und Nachteile im Blick zu behalten. Sowohl sprachlich als auch kulturell sind die Unterschiede teilweise grösser, als sie zunächst scheinen.
Auch in Sachen Finanzen sollten Sie zunächst Vorsicht walten lassen und sicherstellen, dass alle aktuellen und zukünftigen Kosten gedeckt sind. Bilden Sie Reserven für Notfälle und kümmern Sie sich zunächst um die private Vorsorge. Bedenken Sie auch die höheren Lebenshaltungskosten und solche, die Sie vorher nicht tragen mussten, um ein realistisches Bild Ihrer finanziellen Möglichkeiten in der Schweiz zu erhalten.
Um nicht zu viel für Ihre Versicherungen und Vorsorgeprodukte zu bezahlen, können Sie ausserdem Ihr individuelles Angebot bei uns anfordern. Ob Grundversicherung, private Vorsorge oder Zusatzversicherungen: Bei uns finden Sie für jeden Bedarf das passende Angebot!
Weitere Links und Quellen zu diesem Beitrag
- www.ch.ch – Umzug in die Schweiz
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