Kurz zusammengefasst
- In der Schweiz kostet das Ziehen eines Weisheitszahns je nach Aufwand ca. CHF 200–400 (einfach) bis CHF 800–1'500 (chirurgisch) pro Zahn.
- Die Grundversicherung übernimmt in der Regel nur bei medizinischer Notwendigkeit (z. B. Entzündung, Zyste), abzüglich Franchise und Selbstbehalt.
- Für präventive Entfernungen kann eine Zahnversicherung sinnvoll sein. Vor dem Abschluss lohnt es sich, verschiedene Angebote zu vergleichen und auf Maximalbeträge, Wartezeiten und Altersgrenzen zu achten.
Stand: 2025-11
Stellen Sie sich vor: Ein Weisheitszahn macht Probleme, der Zahnarzt empfiehlt die Entfernung – und plötzlich geht es um tausende Franken. Schnell stellt sich die Frage: Übernimmt die Krankenkasse die Kosten der Operation – oder müssen Sie alles selbst bezahlen? Wie und in welchem Umfang die Krankenkasse sich an der Entfernung von Weisheitszähnen beteiligt und was Sie dabei beachten sollten, erfahren Sie hier.
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Was kostet das Ziehen eines Weisheitszahns in der Schweiz?
Die Kosten für die Entfernung eines Weisheitszahns in der Schweiz richten sich nach Komplexität und Methode:
| Art der Entfernung | Beschreibung | Typische Kosten |
|---|---|---|
| Einfache Entfernung (extrakoronal) | Der Zahn ist vollständig durchgebrochen | ca. CHF 200–400 pro Zahn |
| Chirurgische Entfernung (teilretiniert) | Der Zahn ist teilweise im Kieferknochen eingeschlossen | ca. CHF 400–800 pro Zahn |
| Komplexe Entfernung (retiniert / kompliziert) | Der Zahn liegt ganz im Kieferknochen oder ungünstig | ca. CHF 800–1'500 pro Zahn |
Zusatzkosten: Je nach Fall können weitere Ausgaben für Röntgen (ca. CHF 50–150), Anästhesie (ca. CHF 100–300) sowie Nachsorge oder Medikamente (ca. CHF 50–200) hinzukommen.
Die Preise für das Ziehen von Weisheitszähnen können je nach Region, Praxis und individuellem Befund unterschiedlich ausfallen. Bei planbaren Eingriffen lohnt es sich daher, mehrere Kostenvoranschläge einzuholen – idealerweise 2–3. So können Sie die Preise vergleichen und die passende Praxis für sich finden.
Übernimmt die Grundversicherung die Kosten für das Ziehen der Weisheitszähne?
In der Regel müssen Sie die Entfernung von Weisheitszähnen selbst bezahlen. Die Grundversicherung übernimmt die Kosten nur in Ausnahmefällen, wenn die Entfernung medizinisch notwendig ist.
Das bedeutet: Wenn die Weisheitszähne keine Beschwerden verursachen und die Entfernung rein präventiv erfolgt (z. B. um späteren Problemen vorzubeugen), zahlt die Grundversicherung nicht.
Gedeckt werden kann die Behandlung hingegen, wenn sie medizinisch notwendig ist, zum Beispiel aus diesen Gründen:
- Anhaltende Schmerzen oder akute Entzündung (z. B. Perikoronitis)
- Schädigung oder Verschiebung benachbarter Zähne
- Zysten/Tumoren im Kieferbereich
- Retinierte Weisheitszähne mit nachgewiesenen Beschwerden
Wichtig: Auch bei medizinischer Notwendigkeit gelten Franchise und Selbstbehalt.
Lohnt sich eine Zahnversicherung für die Entfernung von Weisheitszähnen?
Eine Zahnversicherung kann die Kosten für das Ziehen der Weisheitszähne übernehmen, wenn die Grundversicherung nicht zahlt – zum Beispiel bei einer präventiven Entfernung. Diese Zahnzusatzversicherung bietet zum Beispiel folgende Vorteile:
- Kostenübernahme für das Ziehen von Zähnen
- Weitere Leistungen wie Dentalhygiene, Füllungen oder Zahnersatz
- Bessere Planbarkeit der Kosten dank klarer Maximalbeträge
Wann lohnt sich eine Zahnversicherung für Weisheitszähne?
Eine Zahnversicherung kann sich lohnen, wenn mehrere Weisheitszähne entfernt werden müssen, wenn zusätzliche Dentalleistungen geplant sind (z. B. regelmässige Dentalhygiene) oder wenn die Entfernung präventiv erfolgt und die Grundversicherung nicht zahlt.
Worauf sollten Sie bei der Wahl der passenden Zahnversicherung achten?
- Maximalbeträge (jährlich/lebenslang): Je höher die Maximalbeträge, desto mehr Kosten werden von der Krankenkasse übernommen. Bei mehreren Weisheitszähnen oder zusätzlichen Dentalleistungen lohnt sich ein höherer Maximalbetrag.
- Wartezeiten (häufig 3–6 Monate): Die meisten Zahnversicherungen haben eine Wartezeit von 3 – 6 Monaten. Wenn die Entfernung bereits geplant ist, sollte die Versicherung frühzeitig abgeschlossen werden, damit die Wartezeit eingehalten werden kann.
- Selbstbehalte und Leistungsgrenzen nach Leistungsart: Prüfen Sie, welche Leistungen gedeckt sind und ob Selbstbehalte anfallen. Manche Tarife decken nur bestimmte Leistungen oder haben Obergrenzen pro Behandlung.
- Altersgrenzen & Gesundheitsprüfung: Viele Versicherungen nehmen nur Versicherte bis zu einem bestimmten Alter auf. Zudem muss vor dem Abschluss einer Zahnzusatzversicherung in der Regel ein Gesundheitsfragebogen bzw. Attest vom Arzt vorgelegt werden.
- Prämienhöhe vs. erwartete Nutzung: Rechnen Sie durch, ob sich die monatlichen Prämien im Verhältnis zu den erwarteten Leistungen lohnen. Bei nur einer geplanten Weisheitszahn-Entfernung kann eine günstige Prämie wichtiger sein als hohe Maximalbeträge.
Die Zahnzusatzversicherung der Schweizer Krankenkassen im Überblick
CSS
Zahnpflegeversicherung
Agrisano
AGRI-dental
Assura
Denta Plus
Visana
Zahnversicherung
Sana24
Zahnversicherung
Aquilana
Zahnpflege
Sanitas
Dental
CONCORDIA
Zahnpflegeversicherung
Rechenbeispiel: Selbstzahler vs. Zahnversicherung – wann lohnt sich was?
Ob sich eine Zahnversicherung für das Ziehen der Weisheitszähne lohnt, hängt wie immer von verschiedenen Faktoren ab. So gibt es z. B. keine Zahnversicherung, die nur die Entfernung von Weisheitszähnen deckt. Stattdessen handelt es sich bei dieser Art der Versicherung um ein Sammelpaket, das mehrere Leistungen inkludiert (z. B. Dentalhygiene, Füllungen). Je mehr Leistungen Sie nutzen, desto grösser der Gesamtnutzen. Das Rechenbeispiel betrachtet Weisheitszähne isoliert.
Szenario A: Präventive Entfernung von 4 Weisheitszähnen
- Ohne Zahnzusatzversicherung: Sie bezahlen die ganze Behandlung aus der eigenen Tasche – je nach Aufwand sind das etwa CHF 3'000 bis 5'000 (für alle 4 Zähne zusammen).
- Mit Zahnzusatzversicherung:
- Die Versicherung übernimmt einen Teil (zum Beispiel CHF 1'500 bis 2'500, je nach Tarif und Maximalbetrag).
- Dazu kommen die monatlichen Prämien für die Versicherung, z. B. CHF 360 bis 600 pro Jahr.
- Und meist noch ein Selbstbehalt von etwa CHF 200–500.
- Ihr Anteil insgesamt: Sie zahlen mit Versicherung meist noch zwischen CHF 2'060 und 3'600 (je nachdem, was die Versicherung übernimmt und wie hoch Ihre Prämie/Selbstbehalt ist).
- Fazit: Im besten Fall sparen Sie mit der Versicherung rund CHF 940–1'400 – und vielleicht sogar noch mehr, wenn Sie weitere Leistungen (z. B. Dentalhygiene) nutzen.
Szenario B: Medizinisch notwendige Entfernung von 1–2 Zähnen
- Ohne Zahnzusatzversicherung: Die Grundversicherung zahlt – aber nicht alle Kosten, weil zuerst Ihre Franchise und ein Selbstbehalt abgezogen werden müssen (bei diesen Eingriffen zum Beispiel zusammen CHF 300 bis 500 Eigenanteil).
- Mit Zahnzusatzversicherung:
- Auch hier springt die Grundversicherung für den medizinisch notwendigen Anteil ein. Eine Zahnversicherung würde hier nur noch mögliche Restkosten abdecken.
- Damit rechnet sich die Zahnversicherung oft weniger, weil Sie ja trotzdem jährlich die Prämien bezahlen müssen (zum Beispiel CHF 360–600 im Jahr).
- Ihr Anteil insgesamt: Mit Versicherung liegt der Eigenanteil meist noch bei CHF 660–1'100 im Jahr.
- Fazit: In diesem Fall ist der Vorteil durch die Versicherung oft gering. Bei medizinischer Notwendigkeit übernimmt die Grundversicherung bereits einen Teil – eine Zusatzversicherung lohnt sich vor allem, wenn Sie weitere Behandlungen planen oder Dentalleistungen wie Dentalhygiene abdecken möchten.
Bei planbaren, präventiven Eingriffen oder wiederkehrendem Dentalbedarf kann sich eine Zahnversicherung lohnen, wenn die Prämien und Selbstbehalte zusammen niedriger sind als die Behandlungskosten. Bei klar medizinischer Notwendigkeit reduziert die Grundversicherung bereits einen Teil der Kosten – hier sollte genau nachgerechnet werden.
Zahnversicherungen vergleichen
Was gilt für Kinder und Jugendliche?
Weisheitszähne sind bei Kindern und Jugendlichen ein besonders wichtiges Thema, da sie häufig zwischen dem 17. und 25. Lebensjahr durchbrechen – also genau in der Zeit, in der viele bereits eine Zahnspange tragen oder hatten. Für Familien ist es daher sinnvoll, sich frühzeitig mit dem Thema auseinanderzusetzen.
Denn: Weisheitszähne verursachen bei Jugendlichen häufig Probleme. Sie haben oft nicht genug Platz im Kiefer, können die Zahnstellung beeinflussen (besonders nach einer Zahnspangen-Behandlung) oder zu Entzündungen führen. Da die Entfernung in jungen Jahren meist einfacher ist als später, wird sie oft präventiv empfohlen – und das bedeutet: Die Grundversicherung zahlt meist nicht.
Sollten Familien eine Zahnzusatzversicherung haben?
Ja, für Familien mit Kindern und Jugendlichen kann eine Zahnzusatzversicherung besonders sinnvoll sein. Viele Familien haben bereits eine Zahnversicherung abgeschlossen, wenn eine Zahnspange geplant ist. Hier lohnt es sich, genau zu prüfen, ob die Versicherung auch Weisheitszähne abdeckt – nicht alle Tarife umfassen automatisch beide Leistungen.
Worauf sollten Eltern bei der Zahnversicherung für Kinder achten?
- Prüfen Sie bestehende Verträge: Wenn bereits eine Zahnversicherung für die Zahnspange abgeschlossen wurde, schauen Sie nach, ob Weisheitszähne mit abgedeckt sind. Manche Tarife decken nur kieferorthopädische Leistungen, andere auch Extraktionen.
- Familienversicherungen und Rabatte: Viele Versicherungen bieten Familienrabatte oder decken mehrere Familienmitglieder ab. Prüfen Sie, ob alle Kinder mitversichert sind.
- Altersgrenzen und Annahmeregeln: Einige Versicherungen nehmen nur bis zu einem bestimmten Alter auf (z. B. bis 18 oder 25 Jahre). Bei bereits bestehenden Zahnproblemen kann die Annahme verweigert werden. Daher lohnt es sich, frühzeitig eine Versicherung abzuschliessen.
- Wartezeiten beachten: Die meisten Zahnversicherungen haben Wartezeiten von 3–6 Monaten. Wenn die Entfernung bereits geplant ist, sollte die Versicherung rechtzeitig abgeschlossen werden.
- Medizinische Notwendigkeit prüfen: Bei medizinischer Notwendigkeit (z. B. Platzmangel, Entzündungen, Schädigung benachbarter Zähne) beteiligt sich die Grundversicherung – hier sollte genau geprüft werden, ob eine zusätzliche Zahnversicherung notwendig ist.
Planen Sie frühzeitig – idealerweise schon, wenn die Weisheitszähne im Röntgenbild sichtbar werden. So umgehen Sie Wartezeiten und haben die Versicherung bereits, wenn die Entfernung ansteht.
FAQ – Häufige Fragen zum Thema Weisheitszähne und Krankenkasse
Fazit
Wenn Weisheitszähne Probleme machen, ist das oft nicht nur schmerzhaft, sondern auch teuer. Die Kosten für die Entfernung können schnell mehrere tausend Franken betragen – und die Grundversicherung zahlt meist nur, wenn medizinische Notwendigkeit vorliegt. Bei präventiven Eingriffen bleiben die Kosten an Ihnen hängen. Eine Zahnversicherung kann hier Abhilfe schaffen, besonders wenn Sie regelmässig weitere Leistungen wie Dentalhygiene in Anspruch nehmen.
Weitere Links und Quellen zu diesem Beitrag
- www.zahnarztzentrum.ch – Preise im Überblick
- www.swissinfo.ch – Diese 10 medizinischen Leistungen müssen Sie in der Schweiz selbst bezahlen
- www.weber-zahnarzt.ch – Damit Sie planen können
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